Jubiläums-Saison

40 Jahre ZDF-„Fernsehgarten“: Das waren die denkwürdigsten Momente der Sendung

21.04.2026, 12.13 Uhr
Der ZDF-„Fernsehgarten“ feiert sein 40-jähriges Jubiläum. Wir lassen die größten Eklats, Emotionen und TV-Momente vom Mainzer Lerchenberg Revue passieren.

Am 29. Juni 1986 ging der ZDF-„Fernsehgarten“ erstmals auf Sendung. Seitdem hat sich die Open-Air-Show vom Mainzer Lerchenberg zur festen Sonntagsinstitution entwickelt – das Guinness-Buch der Rekorde listet sie sogar als die am längsten laufende Live-Open-Air-Unterhaltungsshow der Welt.

Am 10. Mai 2026 startet die Jubiläumssaison zum 40-jährigen Bestehen des Formates. Vier Jahrzehnte, in denen sich vor laufender Kamera all das ereignete, was Live-Produktionen so unberechenbar macht: Emotionen, Pannen, politische Störungen, Rekorde, Skandale – und unzählige Momente, über die am darauffolgenden Montag ganz Deutschland sprach.

Skandal im Live-TV: Als Luke Mockridge den Fernsehgarten sprengte (2019)

Es war einer dieser Momente, die sich ins kollektive TV-Gedächtnis brannten. Comedian Luke Mockridge (37) betrat 2019 die Bühne und lieferte eine Performance, die mit den vertrauten „Fernsehgarten“-Regeln brach: Affengeräusche, Furzlaute, Telefonieren mit einer Banane. Das Publikum reagierte mit Buh-Rufen.

Moderatorin Andrea 'Kiwi' Kiewel (60) griff schließlich ein, brach den Auftritt ab und rügte Mockridge live als „unkollegial“. Später wurde klar: Die Aktion war für seine Sat.1-Show „Luke! Die Greatnightshow“ inszeniert. Mockridge gab an, die Witze gemeinsam mit Grundschulkindern entwickelt zu haben. Im „Fernsehgarten“ markierte der Vorfall einen der größten Eklats der Showgeschichte.

Déjà-vu mit Faisal Kawusi (2019)

Nur Wochen nach dem Mockridge-Auftritt folgte der nächste Aufreger: Komiker Faisal Kawusi (34) gab öffentlich bekannt, dass sein geplanter Auftritt nur zwei Tage zuvor „knallhart“ abgesagt worden sei. Er nannte die Art des Vorgehens „sehr respektlos“, insbesondere, da er im Jahr zuvor einen „total professionellen“ Auftritt im „Fernsehgarten“ absolviert habe.

Das ZDF begründete die Absage damit, dass der vom Management des Komikers zur Vorabnahme eingesandte Text „inhaltlich für ein Familienprogramm am Sonntagvormittag nicht geeignet“ gewesen sei. Kawusi reagierte empört und kündigte an, nie wieder in der Show auf dem Mainzer Lerchenberg auftreten zu wollen.

Absage wegen Frisur? Der Fall Géraldine Olivier (2019)

Auch die Schweizer Schlagersängerin Géraldine Olivier (58) sorgte für Schlagzeilen. Sie behauptete gegenüber der „Bild“-Zeitung, eine Redakteurin hätte ihren Auftritt unter anderem mit dem Hinweis abgelehnt, dass ihr längere Haare besser gestanden hätten. Das ZDF wies diese Behauptung zurück und betonte, optische Kriterien spielten bei der Auswahl der Gäste keine Rolle. Also ein klassischer „Fernsehgarten“-Nebenkriegsschauplatz: viel öffentliche Empörung, klare Gegenrede des Senders.

Auftritt im „Fernsehgarten“? Nein, danke: Diese Stars boykottieren die Sendung

Im Laufe der „Fernsehgarten“-Geschichte traten dort zahlreiche prominente Gäste auf. Es gab allerdings auch diverse Künstler, die eine Einladung auf den Mainzer Lerchenberg ausschlugen. Einer hiervon ist Ballermann-Star Ikke Hüftgold (49), der gleich eine ganze Wut-Rede gegen den „Fernsehgarten“ hielt. Die Sendung sei seiner Meinung nach ein „Schmierentheater“, von der „Doppelmoral des ZDF“ sei er angewidert. „Den Künstlern werden die Mikrofone stummgestaltet, die Musik kommt vom Band, aber das Allerschlimmste ist die Zensur unserer Texte“, sagte Hüftgold in einem Interview mit „t-online“.

Matthias Reim (68) trat zuletzt 2014 im „Fernsehgarten“ auf. Grund: Er wolle seine Songs nicht zwischen Kochnischen und Akrobaten präsentieren. Roberto Blanco (88) nannte finanzielle Gründe: „Wenn sie mich nicht mehr bezahlen wollen, dann komme ich nicht mehr.“ 2025 schlugen „Abor & Tynna“ eine Einladung des ZDF aus, „weil wir uns nicht im „Fernsehgarten“ sehen.“ Andrea Kiewel machte ihrer Enttäuschung vor laufenden Kameras Luft. Sie fände das „zum K…tzen […], aber so ist es eben. Du kannst ja niemanden zwingen.“

Mikro gekapert: Als Stimmen Roland Kaiser übertönten (2012)

Während Roland Kaiser (73) auf der Pool-Bühne ein Hit-Medley sang, brüllten Störer in ein Hintergrundmikrofon Beleidigungen und politische Parolen, wie unter anderen „Deutschland ist scheiße, ihr seid die Beweise“. Das Mikro diente eigentlich zur Übertragung der Stimmung und des Applauses des Live-Publikums.

Die Regie drehte den Ton ab, Kaiser sang unbeirrt weiter. Der Vorfall wurde nicht nur als einer der „schrägsten Skandale“ in der Sendungs-Geschichte bekannt, er ist auch ein Beispiel dafür, wie anfällig Live-Technik für Störungen sein kann.

Der Kappen-Zoff um Pietro Lombardi (2019)

Sänger Pietro Lombardi (33) sagte seinen Auftritt kurzfristig ab. Grund: Auf seiner Kappe war ein Markenlogo zu sehen, das laut Senderregeln nicht zulässig war. Lombardi weigerte sich, ohne Kappe aufzutreten, zumal er bereits ein Jahr zuvor mit einer identischen Kappe im „Fernsehgarten“ auf der Bühne stand, ohne gemaßregelt zu werden.

Er fuhr nach Hause – und machte den Vorfall öffentlich. „Was für eine Unverschämtheit! […] Meine Musik läuft Gott sei Dank auch ohne „Fernsehgarten“ ganz gut“, stichelte er in einer Instagram-Story. Der „Kappen-Streit“ wurde zum Social-Media-Thema.

Playback-Panne mit Jimmy Kelly (2025)

Als Jimmy Kelly (55) mit seinem Street-Orchestra auftrat, kam es zu einer hörbaren Playback-Panne. Noch während er das Publikum mit einer Trillerpfeife anheizte, setzte aus dem Playback bereits sein Gesang ein. Bis der Musiker dies realisierte und hektisch in den Song einstieg, vergingen einige Sekunden. Eine peinliche Panne, von der in der Vergangenheit auch andere Künstler nicht verschont blieben.

Die Erklärung des ZDF: Für die Probe stünden den Künstlern im Schnitt nur 15 Minuten pro Take zur Verfügung. Da bei bis zu 13 Acts pro Show für vollständige Soundchecks die Zeit fehle, würde auf Playback-Performances zurückgegriffen. Glücklicherweise nahmen das Live-Publikum und die Fans in den sozialen Medien Jimmys Fauxpas mit Humor auf. Es war eben einer der klassischen „Fernsehgarten“-Momente: technikbedingt und weil in Echtzeit auftretend, einfach nicht zu kaschieren.

Unwetter, Evakuierung, Impro-Studio: Wenn das Wetter Regie führt (2019 & 2025)

Live unter freiem Himmel zu senden, bedeutet Risiko. 2019 musste die „Mallorca-Party“ erstmals wegen schweren Unwetters geräumt werden. Das Gelände wurde evakuiert, die Sendung kurzerhand ins Havarie-Studio verlegt – gelungene Improvisation vor einem Millionenpublikum.

2025 wiederholte sich dieses Szenario wiederum während der „Mallorca-Party“ erneut. Millionen Zuschauer erlebten, wie Improvisation zur Hauptdisziplin wurde. Selten wurde deutlicher, wie sehr diese Show vom Faktor Unberechenbarkeit lebt.

Der Schleichwerbe-Skandal: Kiewels Zwangspause (2007)

Der wohl folgenschwerste Einschnitt in der Geschichte der Sendung traf ausgerechnet die Moderatorin selbst. 2007 wurde Andrea Kiewel Schleichwerbung vorgeworfen, nachdem sie in einer ZDF-Talkshow ein Diätunternehmen gelobt hatte, mit dem sie vertraglich verbunden war.

Das ZDF trennte sich daraufhin von ihr. Ein Jahr später kehrte sie emotional auf den Lerchenberg zurück – und wurde vom Publikum mit großem Applaus empfangen. Seit 2009 ist sie wieder das Gesicht des „Fernsehgartens“.

„Nippelgate“ auf Mallorca: Als ein Sommerkleid Schlagzeilen machte (2018)

Bei einer Mallorca-Ausgabe gönnte sich Kiewel am Ende der Sendung eine Dusche. Das weiße Kleid wurde durchsichtig, Fotos verbreiteten sich rasant, Medien sprachen vom „Nippelgate“. Ein kurzer TV-Moment, der zeigte, wie schnell eine harmlose Szene zum bundesweiten Gesprächsthema werden kann.

Pöbelnde Zuschauer, Bengalos, Polizeieinsatz (2012)

Rund 80 angetrunkene Störer sorgten für einen Polizeieinsatz. Bengalos, Gegröle, Käsewürfe, Beleidigungen. Die Polizei führte die Gruppe vom Gelände, es gab insgesamt zehn Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs und Beamtenbeleidigung. „Kiwi“ moderierte weiter – sichtbar irritiert, aber dennoch professionell.

Gendern: Freiwillig oder Anweisung von oben? (2022)

Während Andrea Kiewel von der positiven „deutschen Singer-Songwriter*innen-Szene“ sprach, drückte sie den Genderstern durch eine kurze Pause im Wort aus. Gleich danach sagte sie, an eine Zuschauerin gewandt: „Nicht das Gesicht verziehen, ich muss.“ Was folgte, waren Gender-Diskussionen.

Schon bald erklärte das ZDF auf die Frage, wie diese Bemerkung zu verstehen sei: „Es gibt definitiv keine Anweisung zum Gendern im ZDF-Fernsehgarten.“ Es sei vielmehr Kiewels persönliches Anliegen, alle anzusprechen.

Luftraumsperrung: Kiewel fehlt, Llambi und van der Horst springen ein (2025)

Im Juni 2025 konnte Andrea Kiewel wegen einer Luftraumsperrung über ihrer Wahlheimat Israel nicht anreisen. Kurzfristig übernahmen Joachim Llambi (61) und Lutz van der Horst (50) die Moderation. Eine der seltenen Sendungen ohne „Kiwi“.

Po-Grabscher, der keiner war (2023)

Ein Zuschauer, der ebenso wie Kiewel in Gelb gekleidet war, berührte Kiewel offenbar versehentlich am Po, als sie sich zu ihm hinunterbeugte. Kiewel sprach es live an und empörte sich scherzhaft: „Ey, Sie haben mir an den Po gefasst!“. Zwei Tage später nahm sie den sichtlich beschämten Mann öffentlich in Schutz. Gegenüber der „Bild“ sagte sie: „Der arme Kerl. Das war ja nicht wirklich betatscht.“ Eine Szene, die zeigte, wie schnell Missverständnisse Schlagzeilen produzieren.

Rekorde, Mutproben, Wahnsinnsaktionen: Der ZDF-„Fernsehgarten“ als Event-Labor

Der „Fernsehgarten“ war zu keiner Zeit nur eine reine Musikshow. Hier sprang Ilona Christen (†58) aus 3.000 Metern Höhe per Fallschirm auf das Gelände, moderierte auf dem Hochseil der bekannten Artistenfamilie Traber und flog Loopings im Hubschrauber. Im Jahr 2010 lief Joey Kelly (53) 24 Stunden lang auf dem Laufband. 25.000 „Pool Bombs“ in 25 Stunden stellten 2007 einen neuen Rekord auf. 2011 stellten Publikum, „Fernsehgarten“-Team und Mitwirkende einen neuen Weltrekord im Dauerrutschen auf. Die Aktion war einem guten Zweck gewidmet und brachte innerhalb von 25 Stunden einen Erlös von 22.222 Euro ein, der dem „Integrativen Kindergarten Mainz“ zugutekam.

2014 schaltete Kiewel live zur ISS und sprach mit Astronaut Alexander Gerst (49). Über 100 Zwillingspaare fanden 2008 auf dem Gelände zusammen. Beim Auftritt von Joko Winterscheidt (47) und Klaas Heufer-Umlauf (42) im Jahr 2011 absolvierte Klaas eine Mutprobe, für die er zum Heli-Bungee aus 400 Metern Höhe antrat. Im August 2025 war Bernhard Brink (73) zum 41. Mal zu Gast im „Fernsehgarten“, womit er zum Musikstar mit den meisten Auftritten wurde.

Comedy, Magie, Rock und Frauenpower

Comedians wie Bülent Ceylan (50), Cindy aus Marzahn (54), Kaya Yanar (52) oder Mario Barth (53) sorgten regelmäßig für Stimmung. Magier wie die „Ehrlich Brothers“ (Andreas Ehrlich (48) und Chris Ehrlich (44)), „Siegfried und Joy“ oder Hans Klok (57) verzauberten das Publikum, während Mentalisten wie Farid (45) oder Timon Krause (31) mit ihren Fähigkeiten beeindruckten.

Seit 2021 gibt es jährlich eine Ausgabe „Rock im Garten“, die ausschließlich mit Sängern und Bands aus dem Rock- und Heavy Metal-Bereich besetzt wird. Ähnliches stellte das ZDF 2021 und 2025 mit reinen „Frauen-Ausgaben“ auf die Beine. Geladen waren ausnahmslos weibliche Gäste, die das Publikum in vielfältigen Themenbereichen unterhielten.

Auszeichnungen und Ausverkauf

Sowohl Ilona Christen als auch Andrea Kiewel erhielten im Laufe ihrer „Fernsehgarten“-Karrieren immer wieder Auszeichnungen. Christen erhielt 1986 für ihre Moderation den „Telestar“ als Nachwuchsförderpreis sowie 1988 den „Goldenen Gong“. Kiewel bekam 2006 die „Goldene Henne“ in der Sparte „Fernsehen“ und 2009 in der Sparte „Leserpreis Moderation“ überreicht. 2021 folgte der „Deutsche Fernsehpreis“ für die beste Moderation in der Kategorie „Unterhaltung“.

Das stärkste Publikumsinteresse besteht regelmäßig an den Motto-Folgen „Mallorca-Party“, „Oktoberfest“ und „Schlager-Party“. Wer hier dabei sein möchte, muss schnell sein, denn die Tickets für diese Sendungen sind meist schon am ersten Tag des Vorverkaufs vergriffen.

Von „Dance4Fans“ bis „Fernsehgarten on Tour“

Unter dem Motto „Dance4Fans“ reisen jedes Jahr um die tausend Kinder und Jugendliche nach Mainz, wo sie über das komplette „Fernsehgarten“-Gelände verteilt eine speziell für die Show einstudierte Choreografie vorführen. Der „ZDF-Fernsehgarten on Tour“ gastiert seit 2021 mit Spezialausgaben jeweils in demjenigen Bundesland, das die offiziellen Feierlichkeiten zum „Tag der Deutschen Einheit“ ausrichtet.

Das ZDF-Maskottchen Det reiste 2013 im Rahmen von „TakeDet“ fotografisch um die Welt. Anlässlich des 50. Geburtstages der „ZDF-Hitparade“ wurde 2019 mit zahlreichen Schlagerlegenden ein TED-Voting veranstaltet. Die Saison 2025 endete mit einem Streich aus irritierenden Lebkuchensprüchen, den Barbara Schöneberger (52) von „Verstehen Sie Spaß?“ ausgeheckt hatte.

40 Jahre ZDF-„Fernsehgarten“ in Zahlen

Kein anderes deutsches TV-Format wagt logistischen Aufwand, Wetterrisiko und Live-Dynamik in dieser Größenordnung:

- bis Ende 2025 wurden 1.384 Stunden, 35 Minuten, 15 Sekunden oder 56,2 Tage live gesendet, was 80.915 Sendeminuten entspricht;
- seit 1986 ununterbrochen mit dabei: Fernsehkoch Armin Roßmeier (77);
- über 5.200 Musikauftritte;
- knapp drei Millionen Besucher vor Ort;
- 5.000 – 6.000 Zuschauer pro Sendung, insgesamt rund 100.000 pro Saison;
- 90.000 m² Gelände;
- 130 Teammitglieder, bis zu 20 Studio- und HD-Fingerkameras, 24 Drahtlosmikrofone und 300 Lautsprecher, 70 Tageslichtscheinwerfer mit einer Leistung von bis zu 12.000 Watt.

40 Jahre ZDF-„Fernsehgarten“: Jubiläumssaison 2026

Am 10. Mai 2026 startet die Jubiläumssaison. Geplant sind 19 oder 20 Ausgaben bis zum 27. September, immer sonntags um 12 Uhr, mit Musikstars, Artisten, Rückblicken, Jubiläumsaktionen – und natürlich Andrea Kiewel, die 2025 ihre 25. Saison feierte. Zum Auftakt begrüßt sie Palina Rojinski (40), Marti Fischer (35), Beatrice Egli (37), Vanessa Mai (33), Twins on Ice, Deine Freunde, Peggy March (78), Hugo Egon Balder (76) mit den Bad Falling Bostels sowie Stereoact x Lena Marie Engel (36).

Der ZDF-„Fernsehgarten“ ist nach vier Jahrzehnten Laufzeit mehr als eine Show. Er ist Bühne für Unvorhersehbares, Ventil für Emotionen, Spielplatz für Rekorde. Kurz: ein Ort, an dem Live-Fernsehen regelmäßig Geschichte schreibt.

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