"Nicht viel zu tun"

Britischer Reporter lästert über Gelsenkirchen - Fans verärgert

18.06.2024, 10.01 Uhr
Die Veltins Arena hat einem britischen Reporter noch gefallen, doch dem Rest von Gelsenkirchen konnte er so gar nichts abgewinnen. Dass er das in seinem Bericht erwähnte, nahmen ihm viele übel.
Die Veltins Arena hat einem britischen Reporter noch gefallen, doch dem Rest von Gelsenkirchen konnte er so gar nichts abgewinnen. Dass er das in seinem Bericht erwähnte, nahmen ihm viele übel.  Fotoquelle: 2020 Getty Images/Lukas Schulze

Der britische Sportreporter Kaveh Solhekol äußert sich abfällig über Gelsenkirchen. In den sozialen Medien löst er damit eine Welle der Empörung aus - und muss seinen Tweet löschen.

"Ich muss etwas vorsichtig sein was ich sage, denn ich möchte die guten Menschen in Gelsenkirchen nicht beleidigen." Sehr vielversprechend eröffnete Kaveh Solhekol seine Einschätzung über die Heimatstadt des FC Schalke 04 nicht. Seine Hoffnung, nicht anzuecken, äußerte der britische Reporter jedenfalls vergebens: Von dem, was folgte, fühlten sich dann doch nicht wenige Menschen beleidigt.

"Wir waren gerade erst vier, fünf Tage in München, einer unglaublichen Stadt", führte Solhekol in seinem Bericht weiter aus. "Gelsenkirchen ist eher das Gegenteil." Früher sei dort "die Stahl- und Bergbauindustrie groß gewesen". Nun, da diese weg sei, sei aber "nicht mehr viel übrig", es gebe "nicht viel zu tun und zu unternehmen". Seine Einschätzung würde auch von den England-Fans geteilt, die, wie er selbst, angereist waren, um das Spiel der englischen Elf gegen Serbien in der Veltins Arena zu verfolgen. Immerhin an dem Stadion hatte Solhekol Gefallen gefunden.

Reaktionen zwischen Amüsement und Empörung

Neben Langeweile führte vermutlich auch Frust zur Einschätzung des Reporters, der für den britischen Sender Sky aus Deutschland von der Europameisterschaft berichtet. Sein Team habe in einem Restaurant die Rechnung nicht bezahlen können, weil in diesem keine Kreditkarten akzeptiert würden.

In den sozialen Medien verbreitete sich der Beitrag schnell. Manche amüsierte der Beitrag des gelangweilten Briten, andere empörten sich und verwiesen auf triste graue Städte im Vereinigten Königreich, in denen ebenfalls gähnende Langeweile herrsche. Solhekols Arbeitgeber jedenfalls wurde die Nummer schließlich zu heiß: Sie entfernten den Beitrag wieder von ihrem Account beim Kurznachrichtendienst X (ehemals Twitter), von wo aus der so weite Bahnen gezogen hatte.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

Das könnte Sie auch interessieren