ARTE-Doku

"Es war einmal im Irak": der Irakkrieg und die Folgen

von Rupert Sommer

2003 marschierten Truppen der USA, Großbritannien und einer "Koalition der Willigen" im Irak ein. ARTE zeigt, eingebettet in einen Themenabend, eine dreiteilige Doku.

ARTE
Es war einmal im Irak
Dokumentation • 30.03.2021 • 20:15 Uhr

Zunächst sollte alles ganz schnell gehen, doch dann entwickelte sich der Einmarsch der "Koalition der Willigen" zum kräftezehrenden Endlosdesaster. Als Ankerpunkt des Themenabends "Irak – Jahrzehnte des Krieges" steigt ARTE in die lange Doku-Nacht mit der Erstausstrahlung des Dreiteilers "Es war einmal im Irak" ein, der in deutscher Erstausstrahlung zu sehen ist. Nacherzählt wird darin das Geschehen ab dem Jahr 2003, als US-Truppen gemeinsam mit Briten im Herrschaftsgebiet von Saddam Hussein einmarschierten, um den weltweit geächteten Diktator endgültig zu entmachten. Soweit der Plan, vieles kam bekanntlich anders.

Wer einen raschen Sieg erwartete hatte, lag schnell falsch. Aus Arroganz und Unkenntnis der wahren Machtverhältnisse vor Ort unterliefen den Generälen schwere Fehler. Die Auswirkungen der Invasion auf die irakische Bevölkerung wirkte sich rasch desaströs aus, die Stimmung im Land, das zunächst auch auf eine Art "Befreiung" gehofft hatte, schlug um. Es ist ein großes Verdienst der britischen Dokumentationsreihe, die oft verwirrende Abfolge der Ereignisse und die Einschätzungen aus westlicher Sicht, aber auch durch die Menschen vor Ort multiperspektivisch aufzubereiten.

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So lernt man einfache Soldaten kennen, die über die wahren Motive ihrer Anführer ebenso im Unklaren wirkten wie die Gegner, die sie zu bekämpfen hatten. Dabei wechselt der Bericht immer wieder die Seiten, man nimmt auch die Perspektive von Saddam-Anhänger ein, die sich rasch radikalisierten und einen terroristischen Widerstand, Anschläge und Aufstände organisierten. Schnell zeigt sich: Die langen bleiernen Jahre von Leid und Chaos, die der Invasion folgten und in weiten Teilen bis heute anhalten, waren schon in den ersten Anfängen vorgezeichnet.

Nach den drei Teilen der Dokumentation "Es war einmal im Irak" geht es um 23.15 Uhr mit dem Doku-Bericht "Terror im Irak" weiter, der ebenfalls eine Free-TV-Premiere ist. Abgeschlossen wird der lange Themenabend um 0.00 Uhr mit der Dokumentation "Iran-Irak: Die Kamera als Waffe".

Es war einmal im Irak – Di. 30.03. – ARTE: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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