Schlagerstar Nicole kritisiert ARD nach „Immer wieder sonntags“-Aus: "Ich weiß nicht, ob das der richtige Weg war"
Die Entscheidung der ARD, die traditionsreiche Musiksendung „Immer wieder sonntags“ nach der Saison 2026 einzustellen, sorgt weiterhin für Diskussionen. Schlagerstar Nicole (61) meldet sich zu Wort – und spart nicht mit Kritik. Die Sängerin, die über viele Jahre regelmäßig in der Sendung zu Gast war, empfindet das Ende des Formats als Fehler. Vor allem die Begründung des Senders stößt bei ihr auf tiefes Unverständnis.
Wer ist Nicole?
Nicole, mit bürgerlichem Namen Nicole Seibert, zählt seit Jahrzehnten zu den bekanntesten Stimmen des deutschen Schlagers. Ihren größten Erfolg feierte sie 1982 mit dem Sieg beim Eurovision Song Contest. Mit dem Titel „Ein bisschen Frieden“ schrieb sie Musikgeschichte und wurde weit über Deutschland hinaus bekannt. Sie steht bis heute regelmäßig auf der Bühne und gilt als feste Größe in der deutschsprachigen Unterhaltung.
Nicole übt deutliche Kritik am Aus von „Immer wieder sonntags“
Für Nicole bedeutet diese Entscheidung nicht nur das Ende einer Fernsehära, sondern das Im-Stich-Lassen von Millionen TV-Zuschauern. Im Interview mit „Schlager.de“ bezeichnete sie das Ende von „Immer wieder sonntags“ als „Verrat an treuen älteren Zuschauern“. Viele Menschen hätten das Format über Jahrzehnte hinweg begleitet und ihm die Treue gehalten. Dass ausgerechnet diese loyalen Stammzuschauer bald ihre vertraute Sonntagssendung verlieren werden, könne sie nicht nachvollziehen.
Sie machte sehr deutlich, dass sie das Show-Aus nicht als gewöhnliche Programmänderung betrachte. Für sie verliere das öffentlich-rechtliche Fernsehen damit ein Stück Verlässlichkeit, das viele Familien generationsübergreifend begleitet habe.
ARD setzt auf jüngeres Publikum – Nicole widerspricht
Als Begründung für die Absetzung nennt die ARD unter anderem eine strategische Neuausrichtung. Künftig soll das Programm stärker jüngere Zielgruppen ansprechen. Für Nicole greift diese Argumentation zu kurz.
Sie verweist darauf, dass auch viele junge Menschen „Immer wieder sonntags“ im TV verfolgt und teilweise sogar als Gäste im Publikum erlebt hätten. Aus ihrer Sicht stellen unterschiedliche Altersgruppen keineswegs einen unvereinbaren Widerspruch dar. Ein über alle Altersstufen hinweg bestens etabliertes Unterhaltungsformat mit dem Hinweis auf die geplante Verjüngung der Zielgruppe einzustellen, hält sie deshalb für den falschen Weg.
„Immer wieder sonntags“ war für Künstler mehr als nur eine TV-Show
Nicole erinnert weiterhin an die Bedeutung der Sendung für die Musikbranche. „Immer wieder sonntags“ habe über viele Jahre eine wichtige Bühne repräsentiert – und das nicht nur für bekannte Schlagerstars, sondern vielfach auch für aufstrebende Nachwuchskünstler, die darüber Karriere entscheidende Reichweite erlangt hätten.
In einer Zeit, in der digitale Inhalte und Künstliche Intelligenz immer mehr Raum einnehmen würden, seien echte Live-Auftritte und die damit einhergehenden persönlichen Begegnungen wichtiger denn je. Die Sängerin sieht darin einen kulturellen Wert, der aus ihrer Sicht nicht leichtfertig aufgegeben werden sollte.
Emotionale Verbindung zur Sendung
Ihre Kritik an der Absetzung des Formates ist selbstverständlich auch zutiefst persönlich geprägt. Nicole beschreibt „Immer wieder sonntags“ als eine Art Familienbetrieb. Die Sendung habe ihre eigene Familie über viele Jahre begleitet und sei eine feste Größe in den Erinnerungen ihrer Kinder und Enkel. Entsprechend geschockt habe sie die Nachricht von der Absetzung aufgenommen.
Mit dieser engen Bindung steht sie nicht alleine da. Das ist auch der Grund, warum ihre Worte bei vielen Schlagerfans auf große Zustimmung stoßen. Nicole spricht nicht nur als erfahrene Künstlerin, sondern auch als treue Zuschauerin, die das Format Jahrzehnte lang verfolgt hat.
Warum die ARD „Immer wieder sonntags“ beendet
Nach Angaben des SWR und der ARD seien wirtschaftliche Gründe sowie eine strategische Neuausrichtung die Hintergründe der Entscheidung. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk sieht sich zu Einsparungen gezwungen und möchte künftig stärker auf zeitgemäße, digitale Unterhaltungsangebote setzen. Etwaige schwache Einschaltquoten wurden jedoch offiziell nicht als Begründung herangezogen.
Die Abschiedsstaffel läuft noch bis September 2026. Ob der öffentliche Unmut und die Kritik prominenter Künstler an der Entscheidung etwas ändern werden, bleibt abzuwarten. Nicole hofft, dass möglichst viele Zuschauer ihre Stimme erheben – und damit vielleicht doch noch eine Zukunft für das Format ermöglichen könnten, das über viele Jahrzehnte hinweg für viele Familien ein fester Bestandteil des Sonntagvormittags war.
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