Vor der WM 2026

Esther Sedlaczek spricht über Panikattacke: "Ich dachte, ich falle gleich um"

08.07.2026, 09.49 Uhr
Eine Nacht wurde für die Sportjournalistin zum Wendepunkt. Danach musste sie lernen, Warnsignale ernster zu nehmen.
Esther Sedlaczek
Esther Sedlaczek hat erstmals öffentlich über einen körperlichen Zusammenbruch gesprochen, den sie nach der Geburt ihres ersten Kindes erlitten hatte.  Fotoquelle: SWR / Patricia Neligan

Esther Sedlaczek steht aktuell für die Fußball-WM vor der Kamera. Die Moderatorin präsentiert sich professionell, schlagfertig und selbstbewusst. Doch was viele Fans nicht wissen: Die 40-Jährige erlitt zuvor einen körperlichen Zusammenbruch nach einer postpartalen Depression. Offen sprach Esther Sedlaczek in einem Interview darüber, wie sie sich aus diesem Tief befreien konnte. 

Esther Sedlaczek spricht offen über Angst vor Rückfall

Wie Esther Sedlaczek im Gespräch mit dem "Spiegel" berichtet, habe sich der Vorfall vor sechs Jahren ereignet. Nach einer Moderation für Sky sei sie damals nach Hause gefahren und habe sich schlafen gelegt. So wie an vielen anderen Abenden auch. In der Nacht sei sie plötzlich wach geworden und habe über Atemnot und ein Taubheitsgefühl geklagt. Aktue und muss sterben", erinnert sich die Sportmoderatorin gegenüber dem Magazin. Sie sei daraufhin barfuß in den Garten gelaufen – obwohl es regnete. Schließlich sei die Reporterin mit einem Rettungswagen in die Notaufnahme gebracht worden.

Die Panikattacke beschäftigte Sedlaczek dem "Spiegel"-Bericht zufolge noch lange. Wochenlang fürchtete sie, die Symptome könnten zurückkehren. Heute ist die ARD-Moderatorin überzeugt, dass hinter dem Zusammenbruch eine postpartale Depression steckte. Sedlaczeks erste Tochter war damals etwa ein Jahr alt. Eine postpartale Depression kann bis zu einem Jahr nach einer Geburt auftreten. Laut der "Deutschen Depressionshilfe" sind von einer prä- oder postpartalen Depression etwa 10 bis 15 Prozent der Mütter betroffen. Auslöser können unter anderem hormonelle Veränderungen, traumatische Geburten, Stress oder psychische Vorbelastungen sein.

ARD-Moderatorin Esther Sedlaczek zog die Reißleine

Die ARD-Reporterin erklärt rückblickend über die Zeit: "Ich wollte auf allen Ebenen alles perfekt machen." Sowohl im Beruf als auch im Familienalltag. Doch irgendwann habe ihr Körper schließlich die Reißleine gezogen. Denn mit ihrem großen Ehrgeiz übte sie auch einen enormen Druck auf sich selbst aus. Trotz des beruflichen Erfolgs sei sie nie gänzlich zufrieden mit ihrer Leistung gewesen und habe ständig nach Fehlern gesucht, wie sie berichtet: "Ich bin aus fast jeder Sendung mit dem Gefühl rausgegangen: Das ist nicht gut genug", erzählt sie. "Ich habe mir einen Riesendruck gemacht und hatte keine Freude am Job."

Therapie, Sport und Yoga halfen Esther Sedlaczek

Der Zusammenbruch brachte sie schließlich zum Umdenken. Sedlaczek begann laut eigener Aussage eine Therapie und setzt auf Sport und Yoga, um einen Ausgleich in ihrem Alltag zu schaffen. Vor allem aber habe sie lernen müssen, ihre eigenen Bedürfnisse ernster zu nehmen. "Ich musste lernen, dass es okay ist, einfach mal etwas für mich selbst zu tun", berichtet die ARD-Reporterin. Heute ist Sedlaczek Mutter von drei Kindern. Ihre Tochter kam 2019 zur Welt, ihre zwei Söhne jeweils 2021 und 2025. 


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH

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