Francesco Rosi

Einer der großen italienischen Regisseure: 
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Einer der großen italienischen Regisseure: Francesco Rosi
Francesco Rosi
Geboren: 15.11.1922 in Neapel, Italien

In der Rekonstruktion großer italienischer Affären ist der gebürtige Neapolitaner Francesco Rosi ein Meister. Zumal der Film "Wer erschoss Salvatore G.?" (1961), die Rekonstruktion der polizeilichen Jagd auf den berühmtesten sizilianischen Banditen aller Zeiten, atemberaubend war. Ähnliches gelang ihm auch mit "Die Affäre Mattei" (1972). Seine wunderbar lyrische, nicht in Blut, sondern in Schönheit sterbende Adaption des "Carmen"-Stoffes (1983) war vor diesem Hintergrund eine große Überraschung.

Rosi begann seine Karriere im Filmgeschäft zunächst unter dem Namen Franco Rosi als Regie-Assistent etwa bei Luchino Viscontis "Die Erde bebt" (1947) oder Michelangelo Antonionis "Kinder unserer Zeit" (1952). Für Viscontis "Bellissima" war Rosi 1951 erstmals als Drehbuchautor aktiv. Es folgten Bücher für Filme wie Luigi Zampas "Das Lied vom Verrat" (1952) oder "Vier Herzen in Rom" (1955). Bei dem Film "Kean" führte Rosi erstmals Regie, auch wenn er sich diese Arbeit hier noch mit Hauptdarsteller Vittorio Gassman teilte. 1958 folgte "Die Herausforderung", seine erste alleinige Regiearbeit. Danach drehte Francesco Rosi "Auf St. Pauli ist der Teufel los" (1959) und erregte erstmals internationales Interesse mit seiner Version vom Leben des Banditen Salvatore Giuliano.

1963 folgte dann der brillante Polit- und Korruptions-Thriller "Hände über der Stadt" mit Rod Steiger. Nach dem Stierkämpfer-Drama "Augenblick der Wahrheit" (1965) inszenierte Rosi ein Jahr später den wunderbaren Märchenfilm "Schöne Isabella" mit Sophia Loren und Omar Sharif. Nach einer mehrjährigen Pause überraschte Rosi 1970 mit dem schonungslosen Anti-Kriegsfilm "Bataillon der Verlorenen", gefolgt von "Der Fall Mattei" und den beeindruckenden Gangsterporträt "Lucky Luciano" (1973); alle drei mit einem brillanten Gian Maria Volonté.

1975 folgte der Thriller "Die Macht und ihr Preis" und drei Jahre später der ebenfalls beeindruckende "Christus kam nur bis Eboli" - wiederum mit Gian Maria Volonté. Von Rosis vielleicht bestem Film kennen viele nur den Titel. Der Film gibt in einer beinahe ethnographischen Weise die Erlebnisse und Eindrücke wieder, die der Schriftsteller Carlo Levi in der Mussolini-Zeit in dem armen Bergdorf Gagliano sammelte. Das Drama "Drei Brüder" (1980) lebt hauptsächlich vom Spiel der drei Hauptakteure Philippe Noiret, Michele Placido und Vittorio Mezzogiorno. Seine Version der "Carmen" mit Julia Migenes ist eine bildgewaltige Umsetzung der Bizet-Oper. Um so mehr enttäuschte Rosi 1987 mit der monumentalen, aber faden "Chronik eines angekündigten Todes" nach dem Roman von Gabriel García Marquez.

Auch der Polit-Thriller "Palermo vergessen" (1990) mit James Belushi kann den früheren Meisterwerken wie etwa "Hände über der Stadt" keinesfalls standhalten. Sein Dokumentarfilm "Neapolitanisches Tagebuch" (1992) langweilt über weite Strecken, ebenso wie die Primo-Levi-Verfilmung "Atempause" (1996) mit John Turturro, der als ehemaliger Auschwitz-Häftling durch das Nachkriegs-Europa streift.


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