Alles ist gutgegangen
27.09.2025 • 23:30 - 01:15 Uhr
Spielfilm, Drama
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Trotz der Sturheit und gelegentlichen Boshaftigkeit ihres Vaters (André Dussollier, r.) kümmert sich Emmanuèle (Sophie Marceau, l.) fürsorglich um ihn.
Vergrößern
Emmanuèle (Sophie Marceau) nimmt für ihren Vater telefonisch Kontakt zu einem Sterbehilfeverein in der Schweiz auf.
Vergrößern
Die Schwestern Emmanuèle (Sophie Marceau, r.) und Pascale (Géraldine Pailhas, l.) geben einander trotz der von ihrem Vater herbeigeführten Differenzen Halt, als dieser einen Todeswunsch äußert.
Vergrößern
Emmanuèle und Pascale besuchen ihren Vater André nach einem Schlaganfall, der ihn halbseitig gelähmt hat, im Krankenhaus (Von links: Sophie Marceau, Géraldine Pailhas, André Dussollier).
Vergrößern
Originaltitel
Tout s'est bien passé
Produktionsland
F, B
Produktionsdatum
2021
Altersfreigabe
12+
Kinostart
Do., 14. April 2022
Spielfilm, Drama

Alles ist gutgegangen

Eine Schriftstellerin und ihre Schwester lassen sich von ihrem charmanten wie intriganten Vater dazu breitschlagen, ihm eine illegale Sterbehilfereise in die Schweiz zu organisieren. Die Vorbereitungen des Vorhabens stürzen die beiden Frauen in eine emotionale Achterbahnfahrt, zumal ihr in seinem Todeswunsch fest entschlossener Vater sie mit einer immer wieder von Neuem aufkeimenden Lebens- und Genusslust irritiert. Die Pariser Schriftstellerin Emmanuèle und ihre Schwester Pascale werden ins Krankenhaus gerufen. Ihr Vater André hatte einen schweren Schlaganfall. Unter vier Augen bittet der nunmehr halbseitig gelähmte und deshalb todessehnsüchtige Lebemann und Kunstfanatiker Emmanuèle darum, für ihn eine Sterbehilfe zu organisieren. Emmanuèle und ihre von André mit Kalkül ausgegrenzte Schwester hoffen zunächst vergebens auf einen Sinneswandel ihres meinungsstarken Vaters. Sie quartieren ihn unter anderem in eine bessere Klinik um - doch der manipulative Charmeur bleibt fest entschlossen. Zum Verdruss der beiden Frauen kreuzt in der Zwischenzeit auch Andrés aufdringlicher und von ihnen verhasster Ex-Liebhaber Gérard unangekündigt am Krankenbett ihres Vaters auf. In Rücksprache mit Andrés Anwalt beginnen Emmanuèle und Pascale widerwillig, die Möglichkeiten eines assistierten Suizids zu recherchieren. Angesichts eines geltenden Sterbehilfeverbots in Frankreich nehmen sie Kontakt zu der Vertreterin eines Schweizer Sterbehilfevereins in Bern auf. Trotz intellektueller Vorbehalte gegen einen Tod in Bern zeigt sich André davon begeistert, dass sein letzter Wunsch Form anzunehmen beginnt. Bei einem Kennenlernen mit der Schweizer Kontaktdame seiner Töchter präsentiert er mit geradezu spitzbübischem Stolz seine Fähigkeit, eigenständig ein Glas zu halten und auszutrinken - was eine Grundbedingung dafür ist, dass er das Sterbehilfeangebot wahrnehmen kann. Trotz seines unerschütterlichen Sterbewillens irritiert André Emmanuèle und Pascale sowie seine depressive und an Parkinson erkrankte Ex-Frau Claude in seinen letzten verbleibenden Wochen mit immer neuen Anwandlungen einer ebenso unbändigen Lebens- und Genusslust: Emmanuèle muss ihn über das aktuelle Kunsttreiben auf dem Laufenden halten, zudem wünscht sich André, noch einmal in seinem Lieblingsrestaurant zu essen, und lässt einen ersten Termin für seine illegale Ausreise in die Schweiz verschieben, um ein Konzert seines Enkels an Pascales Seite nicht zu verpassen. Als Emmanuèle und Pascale ihren Vater am Tag des Abschieds bereits aus seinem Krankenzimmer geschmuggelt haben, müssen die beiden kurzzeitig umdisponieren, als sie die lokale Polizei vorlädt, die einen anonymen Tipp zu ihrem Vorhaben erhalten hat. Die Schwestern vermuten, dass Gérard dahintersteckt. André reist allein in einem für ihn unter einem Vorwand organisierten Krankentransport aus, wonach seine Töchter einige Stunde in Ungewissheit am Telefon bangen, bis sie der erlösende Anruf ihrer Kontaktdame erreicht: Alles sei gut gegangen. Mit Tragikomik und einer zeitweisen Krimispannung nähert sich der renommierte französische Filmemacher François Ozon ("8 Frauen", "Der andere Liebhaber", "Gelobt sei Gott") in seinem leichtfüßigen Drama "Alles ist gutgegangen" auf originelle Weise dem Thema der Sterbehilfe an. Seine Premiere feierte der Film 2021 im Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes. Ozon verfilmt in "Alles ist gutgegangen" mit viel Wärme und Feingefühl das gleichnamige, autobiografische Buch der verstorbenen und mit ihm als Drehbuchautorin verbundenen Schriftstellerin Emmanuèle Bernheim. Mit dem Casting der Hauptdarstellerin Sophie Marceau ("James Bond 007 - Die Welt ist nicht genug", "Braveheart") und der Fassbinder-Muse Hanna Schygulla erfüllte sich der Regisseur zwei Herzenswünsche.

Der Trailer zu "Alles ist gutgegangen"

Darsteller

Beauty aus Frankreich: Sophie Marceau
Sophie Marceau
André Dussollier
Rainer Werner Fassbinder machte sie zum Star: Hanna Schygulla (hier im Tatort "Wofür es sich zu leben lohnt").
Hanna Schygulla
Hat ein Faible für skandalöse Figuren: Charlotte Rampling.
Charlotte Rampling
Weitere Darsteller
Géraldine Pailhas Éric Caravaca Grégory Gadebois Judith Magre Jacques Nolot Daniel Mesguich Nathalie Richard Annie Mercier Denise Chalem François Pérache Catherine Chevallier Quentin Redt-Zimmer Alexia Chicot Madeleine Nosal Romane

Das beste aus dem magazin

Ein Mädchen steht in einem Türrahmen.
Gesundheit

Wenn im Schlaf gewandelt wird

Schlafwandeln ist bei Kindern keine Seltenheit. Zwischen 15 und 30 Prozent der Kinder schlafwandeln mindestens einmal. Ein sicherer Schlafplatz und ein fester Schlafrhythmus können helfen, das Risiko zu reduzieren.
Dr. Melanie Ahaus ist niedergelassene Kinder- und Jugendärztin in Leipzig und Sprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Sachsen.
Gesundheit

Anti-Krebs-Impfung für Jungen und Mädchen

Die HPV-Impfung wird für Kinder ab neun Jahren empfohlen, um sie frühzeitig gegen Humane Papillomviren und deren Folgen zu schützen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät zu einer Impfung zwischen neun und 14 Jahren, um das Risiko von Krebs und Warzen zu minimieren.
Marco Wanda in schwarzen Klamotten.
HALLO!

Marco Wanda: „Ich brauche Wald, Feld, Himmel“

Marco Wanda, Frontmann der Wiener Kult-Band Wanda, hat sein erstes eigenes Buch selbst eingelesen.
Dr. Julia Fischer moderiert mittwochs um 20.15 Uhr die SWR-Gesundheitssendung „Doc Fischer“, ist Buchautorin („Medizin der Gefühle“) und medizinische Expertin in Talkshows wie „hart aber fair“ (ARD). Als Host des „ARD Gesund“-YouTube-Kanals erklärt sie medizinische Themen.
Gesundheit

Wirbelgleiten - wenn der Rücken nicht mehr mitmacht

Die Geschichte einer 56-jährigen Frau, die trotz der Diagnose Wirbelgleiten ihren Alltag meistert. Mit Schmerztherapie, Bewegung und Willenskraft kämpft sie gegen die Einschränkungen an.
Natalia Wörner zwischen zwei Nonnen in einer Filmszene.
HALLO!

Natalia Wörner: "Die Welt braucht Frauen in Führungspositionen"

Die neueste Folge von "Die Diplomatin" mit Natalia Wörner als Karla Lorenz in Rom behandelt den mysteriösen Tod einer Nonne und die Aufdeckung eines Missbrauchsskandals.
Dr. Fabinshy Thangarajah.
Gesundheit

HPV: Erst harmlos, dann tödlich

Gebärmutterhalskrebs wird oft spät erkannt, ist aber durch Früherkennung und Impfung leicht vermeidbar. HPV ist der Hauptauslöser. Frauen und Männer sollten die Empfehlungen der STIKO beachten.