Jakob der Lügner
28.01.2026 • 00:40 - 02:15 Uhr
Spielfilm, Drama
Lesermeinung
prisma-Redaktion
Vlastimil Brodsky (l.) als Jakob, Erwin Geschonneck als Kowalski.
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1944 leben der Jude Jakob und seine Freunde im Ghetto, abgeschlossen von jeder Nachricht.
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Szene mit Vlistimil Brodsky als Jakob und Erwin Geschonnek als Kowalski
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Originaltitel
Jakob der Lügner
Produktionsland
DDR, CS
Produktionsdatum
1975
Altersfreigabe
12+
Kinostart
So., 22. Dezember 1974
DVD-Start
Do., 19. Januar 2006
Spielfilm, Drama

Jakob der Lügner

1944. In einem jüdischen Ghetto im besetzten Polen leben Jakob und seine Freunde und Leidensgenossen völlig von der Außenwelt isoliert. In dieser hoffnungslosen Situation verbreitet Jakob Hoffnung. Er gibt vor, ein Radio zu besitzen und hält mit erfundenen Nachrichten über die Weltpolitik den Lebenswillen der Eingeschlossenen aufrecht. Der jüdische Friseur Jakob Heym (Vlastimil Brodsky) lebt 1944 in einem Ghetto irgendwo im besetzten Polen. Wegen angeblicher Überschreitung der Ausgangsperre soll er sich eines Tages beim Gestapo-Revier melden, kommt jedoch wider Erwarten mit dem Leben davon. Der Zufall will es, dass Jakob bei der Gestapo aus dem Radio eine Nachricht über den Anmarsch der Russen aufschnappt. Diese Meldung wirkt für Jakob wie ein Lebenselixier und sie soll auch seinen Freunden neuen Lebensmut geben. Damit diese ihm einerseits die Nachricht glauben und andererseits nicht für einen Gestapo-Spitzel halten, wenn er erzählt, dass er die Nachricht bei der SS aufgeschnappt hat, muss Jakob lügen. Er gibt vor, ein Radio zu besitzen. Doch damit beginnt Jakobs tragikomischer Leidensweg. Tagtäglich wollen alle Neues von ihm wissen: Über den Frontverlauf, die Weltpolitik und vieles mehr. Selbst die kleine Lina (Manuela Simon), die er versteckt hält, ist neugierig. Hoffnung breitet sich im Ghetto aus, die Selbstmorde hören auf, Zukunftspläne über ein Leben ohne den gelben Stern werden geschmiedet. Und Jakob lügt weiter, ist doch die Hoffnung in ihrer Situation noch wichtiger als das Stück Brot. Doch allmählich wird die Illusion zum Selbstbetrug. Jakob erträgt die sich selbst aufgebürdete Last nicht mehr und vertraut sich seinem Freund Kowalski (Erwin Geschonneck) an. Der Hoffnung beraubt, nimmt sich dieser das Leben. Als für alle der Deportationsbefehl kommt, entdeckt auch Lina die Wahrheit. Dennoch war für sie eine kurze Weile die graue Ghetto-Wirklichkeit bunt geworden. Das Drehbuch zu "Jakob der Lügner" reichte Jurek Becker, der als Kind selbst einige Jahre im Ghetto und mehreren Konzentrationslagern verbrachte, schon 1965 bei der DEFA ein. Regie sollte Frank Beyer führen. Doch der fiel durch "Spur der Steine" in Ungnade und durfte vorerst keinen Film drehen. So arbeitete Jurek Becker das Thema zu einem Roman um, der den Autor 1968 auch international bekannt machte. 1974 durfte Frank Beyer den Roman endlich in einer Koproduktion mit dem Deutschen Fernsehfunk verfilmen. Er verwob Reales und Märchenhaftes, Tragik und Komik und so entstand ein DDR-"Kino-Eule" Renate Holland-Moritz urteilte prophetisch: "Das Ergebnis ist eine kinematografische Kostbarkeit, von der noch zu reden sein wird, wenn Dutzende zeitgenössische Filme längst den verdienten Archivtod gestorben sind." Zum Erfolg trägt auch die hervorragende Besetzung bei: Vlastimil Brodsky und Erwin Geschonneck brillieren in den Hauptrollen. So war "Jakob der Lügner" als erster DEFA-Film im offiziellen Programm der Berlinale vertreten, Brodsky bekam als bester Schauspieler den "Silbernen Bären". 1977 wurde der Film als erster und einziger DEFA-Film für den Auslands-Oscar nominiert.

Darsteller

Erwin Geschonneck
Henry Hübchen in "Hoffnung für Kammerow".
Henry Hübchen
Armin Mueller-Stahl
Weitere Darsteller
Vlastimil Brodský Blanche Kommerell Manuela Simon Zsuzsa Gordon Friedrich Richter Margit Bara Reimar J. Baur Dezső Garas Hermann Beyer Klaus Brasch Jürgen Hilbrecht Paul Lewitt Edwin Marian Hans-Peter Reinecke Fritz Links Helmut Schellhardt Peter Sturm Eckhard Bilz Gabriele Gysi Fred Ludwig Alfred Lux Peter Pauli Erich Petraschk Wilfried Zander

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