Robert De Niro wird 80 – und ARTE feiert den Hollywoodstar mit einer Filmreihe. Da darf selbstredend der Klassiker des Jubilars nicht fehlen: In Martin Scorseses "Taxi Driver" fühlt sich ein Taxifahrer dafür verantwortlich, den "Abschaum von der Straße zu spülen".
Es gibt wenige Filme, deren Szenen und Dialoge sich über Generationen hinweg ins Gedächtnis einbrennen. Zweifelsohne in diese Riege gehört das Meisterwerk "Taxi Driver", das wohl persönlichste Werk Martin Scorseses, der dafür 1976 die Goldene Palme in Cannes erhielt. Getragen wird der brillante Thriller von einem, der dieser Tage sein 80. Lebensjahr vollendet: Robert De Niro spielt die Hauptfigur, den Taxifahrer Travis Bickle, mit unnachahmlicher Brillanz. Anlässlich des runden Geburtstags widmet ARTE dem Jubilar nun eine kleine Reihe und zeigt drei Klassiker des Hollywoodstars. Den Anfang macht zur besten Sendezeit "Taxi Driver" – jene Rolle, die De Niro nach dem Durchbruch in "Der Pate II" (1974) weltweit Bekanntheit und Anerkennung verschaffte.
"Die Tage reihen sich wie eine endlose Kette ins Nichts", philosophiert De Niro alias Bickle. Den Vietnamkrieg hat er hinter sich, doch auch New York scheint von Gott verlassen, seine Existenz sinnlos. In der Nachtschicht arbeitet der Vietnam-Heimkehrer als Taxifahrer im damals noch übel heruntergekommenen Big Apple. Angeekelt von Verbrechen und Gewalt sieht er zunehmend seine Aufgabe darin, die Stadt zu "säubern". Kurzzeitig kommt er in Kontakt mit einer Wahlkampfhelferin, doch der Versuch einer Beziehung scheitert früh. Er wird in die Einsamkeit zurückgeworfen. "Du laberst mich an?", bedroht er sein eigenes Spiegelbild.
Erst als er die Kinderprostituierte Iris (gespielt von der damals gerade 13-jährigen Jodie Foster) kennenlernt, ändert sich die Situation. Er fordert nun die totale Mobilmachung seines Körpers für seinen messianischen Wahn, die Zwölfjährige aus dem Einfluss ihres Zuhälters Sports (Harvey Keitel) zu befreien. Trainiert, mit Irokesenschnitt und Sonnenbrille begibt sich das ikonisch gewordene Alter Ego des damaligen Mitdreißigers De Niro auf einen blutigen Feldzug gegen die Sünde. Auch heute noch wirkt diese grandios gefilmte und gespielte Tour-de-Force meisterhaft.
Scorsese gelang mit "Taxi Driver" nicht nur ein packender Thriller, sondern das einzigartige Psychogramm eines in die Isolation getriebenen Stadtmenschen. Robert De Niros Darstellung eines zunächst unsicheren, in seiner Konsequenz aber immer haltloseren Menschen markierte den ersten Meilenstein in der fruchtbaren Zusammenarbeit der Italo-Amerikaner Scorsese / De Niro. Später folgten unter anderem "Wie ein wilder Stier" und "Kap der Angst".
Für den Jubilar war "Taxi Driver" jedenfalls der Startschuss für eine einzigartige Karriere. Es folgte einige Meilensteine, von denen ARTE in der De-Niro-Reihe zwei weitere ausstrahlt. Gezeigt wird der fünfach Oscar-prämierte Antikriegsfilm "Die durch die Hölle gehen" (1978), der sich ebenfalls den Auswirkungen des Vietnamkrieges auf die GIs widmet. Zudem im Programm ist der Actionfilm "Heat" (1995), in dem sich De Niro als Gangster mit einem von Al Pacino verkörperten Polizisten anlegt.
Taxi Driver – Mo. 14.08. – ARTE: 20.15 Uhr