Töte Amigo
10.10.2026 • 23:40 - 01:35 Uhr
Spielfilm, Italowestern
Lesermeinung
prisma-Redaktion
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Originaltitel
Quién sabe?
Produktionsland
I, E
Produktionsdatum
1967
Altersfreigabe
18+
DVD-Start
Do., 25. April 2013
Spielfilm, Italowestern

Töte Amigo

Das rbb Fernsehen sendet den Italowestern "Töte Amigo" zu Ehren von Klaus Kinski. Der legendäre wie umstrittene Schauspieler, dessen wichtigste Filme in der Zusammenarbeit mit Regisseur Werner Herzog entstanden - "Nosferatu – Phantom der Nacht" (1978), "Woyzeck" (1979) oder "Fitzcarraldo" (1981) - die allesamt zu Kultwerken der Filmgeschichte avancierten, wäre am 18. Oktober dieses Jahres 100 Jahre alt geworden. Zwischen 1910 und 1920 tobt in Mexiko die Revolution. Aufständische Rebellen lehnen sich gegen das Militärregime auf, doch manche der marodierenden Banden kämpfen weniger für Gott, Vaterland und die Freiheit des Volkes als vielmehr für den schnöden Mammon. Auch Banditenführer El Chuncho ist vor allem auf reiche Beute aus, als er in der Wüste einem Zug auflauert, bei dessen Ladung es sich um eine beträchtliche Anzahl von Regierungswaffen handelt, die an den Rebellenführer General Elias verkauft werden sollen. Unverhoffte Hilfe bei ihrem Überfall bekommen die Gesetzlosen durch einen der Zugpassagiere, den Amerikaner Bill Tate. Der mysteriöse "Gringo" gibt sich als gesuchter Verbrecher aus und schließt sich El Chunchos Aufständischen an, von denen er fortan "El Niño" genannt wird. Unter ihnen befindet sich auch Chunchos Bruder El Santo, ein religiöser Eiferer, der noch immer an die gerechte Sache der Revolution glaubt und von den eigentlichen Interessen des Anführers nichts ahnt. Die Bande beraubt weitere Militärstellungen, bevor El Chuncho sich in der Rebellenfestung San Miguel verschanzen und die dort ansässige Bevölkerung an der Waffe ausbilden will, um sich auf einen drohenden Gegenschlag der Armee vorzubereiten. Doch Tate hat andere Pläne: Er überredet den anfangs noch widerstrebenden Chuncho, die erbeuteten Waffen zum Hauptquartier von General Elias zu bringen, damit die beiden mittlerweile zu Freunden gewordenen Männer die Belohnung unter sich aufteilen können. Im an Kinoklassikern, aber auch billiger Massenware reichen Genre des Italo-Western nimmt "Töte Amigo" eine Sonderstellung ein. Er gilt als erstes Exemplar der Gattung "Revolutionswestern": ästhetisch zwar an vorgegebenen Mustern orientiert, neben allen publikumswirksamen Elementen – harte Männer, wilde Schießereien, Berge von Leichen und eine latent zynische Grundstimmung – aber auch von politischen Untertönen durchzogen. 1966 gedreht, entstand der Film im Kontext des damals aufbrechenden Vietnam-Konflikts und kann zudem als Kommentar auf US-amerikanische Interventionen in Lateinamerika gelesen werden. So sah es jedenfalls Regisseur Damiano Damiani ("Allein gegen die Mafia"), der sich danach verstärkt sozialkritischen Stoffen zuwandte und stets dagegen wehrte, "Töte Amigo" als einen Western zu bezeichnen. Trotzdem setzte er populäre Genre-Akteure wie Gian Maria Volontè ("Christus kam nur bis Eboli", "Für ein paar Dollar mehr", "Ermittlungen gegen einen über jeden Verdacht erhabenen Bürger", "Der Weg der Arbeiterklasse ins Paradies") und Klaus Kinski ("Leichen pflastern seinen Weg") effektiv für seine Zwecke ein. Heute zählt "Töte Amigo" zu den gelungensten Italo-Western überhaupt.

Darsteller

Klaus Kinski während einer Pressekonferenz anlässlich seines neuen Films "Kommando Leopard" im Hamburger Hotel "Atlantic".
Klaus Kinski
Gian Maria Volonté
Damiano Damiani
Weitere Darsteller
Martine Beswick Lou Castel Aldo Sambrell José Manuel Martín Jaime Fernández Andrea Checchi Spartaco Conversi Joaquín Parra Santiago Santos Valentino Macchi Sal Borgese Carla Gravina Guy Heron Rufino Inglés Vicente Roca Antoñito Ruiz Aysanoa Runachagua

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