John Carradine

Wurde besonders durch seine Nebenrollen 
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Wurde besonders durch seine Nebenrollen bekannt: John Carradine 
Richmond Reed Carradine
Geboren: 05.02.1906 in New York City, USA
Gestorben: 27.11.1988 in Mailand, Italien

Wegen seiner finsteren Blicke landet der große amerikanische Shakespeare-Darsteller John Carradine im Filmgeschäft, wie Boris Karloff, nach ersten Auftritten (seit 1930) hauptsächlich im Horrorgenre. Er spielt erste nennenswerte Rollen bei James Whale in der H.-G.-Wells-Verfilmung "Der Unsichtbare" (1933) mit Claude Rains, als Organist in "Die schwarze Katze" (1934, von Edgar G. Ulmer), in "Frankensteins Braut" (1935, mit Boris Karloff), in der Sherlock-Holmes-Verfilmung "Der Hund von Baskerville" (1939) sowie als Dracula in Eric C. Kentons "The House Of Frankenstein" (1944, wiederum neben Karloff) und dem Sequel "Die Rache des Unsichtbaren" (1944).

Oft spielt er sogar in Filmen unter B-Movie-Niveau wie etwa "Revenge Of The Zombies" (1943), "Return Of The Ape Man" (1944) oder "The Mummy's Return" (ebenfalls 1944). Ab den Sechzigerjahren folgen dann etliche richtig üble Machwerke wie "Billy The Kid vs. Dracula" (1967), "The Mummy And The Curse Of The Jackals" (1968), "Astro-Zombies, Robotor des Grauens" (1969) oder "Horror Of The Blood Monsters". Aber Carradine ist zu Beginn seiner Schauspiel-Laufbahn auch in kleinen Rollen - meist ungenannt - in den Monumentalfilmen von Cecil B. De Mille zu sehen: in "Im Zeichen des Kreuzes" (1932), "Cleopatra" (1934), "Kreuzritter Richard Löwenherz" (1935) und Jahre später neben Charlton Heston, Yul Brynner und Edward G. Robinson auch in dem Bibel-Klassiker "Die Zehn Gebote" (1956).

Seit 1935 gehört er in zahlreichen Filmen zum Ensemble von John Ford, so etwa erstmals in "Der Gefangene der Haifischinsel". Später drehte er mit Ford die Klassiker "Maria von Schottland" (1936), "... dann kam der Orkan" (1937), zahlreiche Western wie "Ringo - Höllenfahrt nach Santa Fé" (1939, mit John Wayne) und "Trommeln am Mohawk" (ebenfalls 1939, mit Henry Fonda). Hier mimt er einen wirklich finsteren Bösewicht. Besonders gu ist er als Casey in "Früchte des Zorns" (1940). Später spielt er unter Ford noch in "Das letzte Hurrah" (1958), "Der Mann, der Liberty Valance erschoss" (1961) und "Cheyenne" (1963).

1943 ist Carradine der SS-Mann Heydrich in Douglas Sirks "Hitler's Madman". Seine beherrschende Art machte ihn zum idealen Darsteller von boshaften Menschen mit besten Manieren. Auch bei europäischen Regisseuren wie Fritz Lang und Jean Renoir war er ein beliebter Schauspieler. Die Hoffnung, einmal ähnliche Rollen wie auf der Bühne zu spielen, gab ihm das Kino nicht. Er blieb - wie Karloff - immer mit dem Makel des Bösen, Grausamen behaftet. Das ist wohl auch der Grund, dass er selbst für herausragende Darstellungen - wie in "Früchte des Zorns" - nie eine Oscar-Nominierung erhielt. Seine drei Söhne David, Keith und Robert wurden bekannte Stars, wogegen Bruce als Schauspieler keine Beachtung fand.

John Carradine besucht die Christ Church School in Kingston, New York, später die Kunsthochschule und Espiscopal Academie in Philadelphia. Mitte der Zwanzigerjahre macht er Theatertourneen durch den amerikanischen Süden, spielt 1925 in New York, 1927 bis 1930 an verschiedenen kalifornischen Theatern. Seine Gewohnheit, bei langen Monologen an die Rampe und auch in den Zuschauerraum zu gehen, brachte ihm den Spitznamen "Bard of the Boulevard" ein. 1930 trat zum ersten Mal in einem Film auf - damals noch unter dem Namen Peter Richmond - und erhielt 1935 einen Vertrag der Centfox. Bis zu seinem natürlichen Tod spielte John Carradine in mehr als 400 Filmen, zuletzt vorwiegend in TV-Werken.

Hier hatte er etliche Gastrollen etwa in Serien wie "Twelfth Night", "Suspense" (beide 1949), "Adventures Of Wild Bill Hickcok" (1951), "Rauchende Colts" (1955), "Wagon Train" (1957), "Der Kopfgeldjäger" (1958, mit Steve McQueen), "The Twilight Zone" (1959), "Maverick" (1957), "Bonanza" (1959), "The Munsters" (1964), "Lost In Space" (1965), "Big Valley" (1965), "Kung Fu" (1972), "Wonder Woman" (1976), "Fame" (1982) und in der Neuauflage von "The Twilight Zone" (1985).

Weitere sehenswerte Filme mit John Carradine: Richard Boleslawskis "Die Elenden" (1935, mit Charles Laughton und Frederic March) und "Der Garten Allahs" (1936, mit Marlene Dietrich), Victor Flemings "Manuel" (1937), Henry Kings "Jesse James - Mann ohne Gesetz" (mit Tyrone Power), "Sherlock Holmes: Der Hund von Baskerville" (beide 1939), Fritz Langs "Rache für Jesse James" (1940, mit Henry Fonda), Rouben Mamoulians "König der Toreros" (1941, mit Tyrone Power und Rita Hayworth), Fritz Langs "Überfall der Ogalalla" (1941), "Abenteuer in der Südsee" (1942), "Die Abenteuer Mark Twains" (1944), "Die Privataffären des Bel Ami" (1947), Michael Curtiz' "Sinuhe, der Ägypter" (1954), Nicholas Rays "Johnny Guitar - Wenn Frauen hassen" (1954), "Der Mann aus Kentucky" (1955), "Der Hofnarr" (1956, mit Danny Kaye), Michael Andersons "In 80 Tagen um die Welt" (1956), "Das letzte Hurra" (1958), "Tarzan, der Gewaltige" (1960), "Abenteuer am Mississippi" (1960), "Die Heulboje" (1964), "Immer Ärger mit den Mädchen" (1969), "Myra Breckinridge" (1970), Scorseses "Die Faust der Rebellen" (1972), Woody Allens "Was Sie schon immer über Sex wissen wollten" (1972), Elia Kazans "Der letzte Tycoon" (1975), Don Siegels "Der Shootist" (1976), "Rendezvous mit dem Tod" (1977), Joe Dantes "Das Tier" (1981), als Hauptdarsteller in Sam Pillsburys eindrucksvollem Horrorfilm "Schatten des Schreckens" (1982), "Krieg der Eispiraten" (1984) und Francis Ford Coppolas "Peggy Sue hat geheiratet" (1986).

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