Über die Dauer eines halben Jahres hat ein Filmteam drei Menschen begleitet, die an Demenz leiden. Eine der Fragen, die die Reportage stellt: Was bedeutet die Krankheit für ein weiteres Zusammenleben der Familie?

Das sind die nackten Zahlen: In Deutschland leben etwa 1,7 Millionen Menschen mit Demenzerkrankungen. Zwei Drittel davon haben Alzheimer. In der Folge dieses chronischen und organischen Psychosyndroms werden sie Teile ihres Zeitgedächtnisses verlieren. Laut Experten-Schätzungen soll es bis 2050 sogar drei Millionen "ältere" Bundesbürger geben, die sich an immer weniger erinnern könnten. Der Film "Nur das Heute zählt" von Jens Niehuss, der nun im Rahmen von "37°" im Zweiten zu sehen ist, zeigt, wie vor allem das Leben nächster Angehöriger von einer Demenzerkrankung innerhalb der Familie beeinflusst wird. Der Autor konnte über die Dauer eines halben Jahres drei an Demenz Erkrankte und deren Familien begleiten.

Peter beispielsweise ist 70 Jahre alt. Noch immer arbeitet er als selbstständiger Bauingenieur. Er braucht das Geld, um das Pflegeheim seiner Frau Jenny bezahlen zu können. Die 63-Jährige hat Demenz im letzten Stadium. Die Diagnose stellten ihr die Ärzte im Alter von 55 Jahren. Seither war Peters Leben bestimmt von der Pflege seiner Frau.

Inzwischen hat Peter professionelle Hilfe in Anspruch genommen. Trotz der seelischen Last, die auf ihm liegt, versucht er sein eigenes Leben wiederzuentdecken. Bei seiner Frau ist er noch immer so oft es geht. Und trotzdem meint er: "In der Therapie habe ich daran gearbeitet, dass ich mit dem Zurückkommen des eigenen Lebens kein schlechtes Gewissen haben muss."


Quelle: teleschau – der Mediendienst