Über die Männer, die im Einsatz ihre Gesichter hinter Masken verbergen, ist kaum etwas bekannt. Die Doku ""GSG9 – Terror im Visier" bietet Einblicke in eine sonst verschlossene Welt.

Wenn er angefordert wird, dann ist wirklich allerhöchste Gefahr im Verzug. Der Eliteverband der GSG9 kommt zum Einsatz, wenn etwa Terror droht oder wenn schwer bewaffnete kriminelle Clans und Banden den gesellschaftlichen Frieden unterminieren. Den Bremer Clan-Chef Ibrahim Miri beispielsweise, der jüngst mit seiner Rückkehr nach Deutschland trotz Einreiseverbots für Schlagzeilen sorgte, holte erst im Juli dieses Jahres eine geheime Kommando-Aktion der GSG9 aus seiner Bleibe im Bahnhofsviertel. Die Beamten der Anti-Terror-Einheit öffneten zunächst mit einer Hydraulikzange die Wohnungstür der Zielperson. Ehe Miri sich versah, war er überwältigt. Mit schwarzer Brille über den Augen wurde er abgeführt und in einem Helikopter abtransportiert. Gewissermaßen ein Klassiker aus dem Repertoire der GSG9, deren Arbeit nun in "Die Story im Ersten: GSG9 – Terror im Visier" zumindest ein wenig beleuchtet wird. Der Film gewährt Einblicke in eine sonst verschlossene Welt.

Zwischen 30- und 50-mal pro Jahr ist die Spezialeinheit im Einsatz. Genauere Zahlen liegen nicht vor. Auch aus Einsatz-taktischen Gründen erfährt die Öffentlichkeit nicht immer etwas davon. Doch wer sind diese Männer der GSG9? Im Einsatz verbergen sie ihre Gesichter hinter Masken. Niemand soll wissen, wer sie sind. Den Autoren Patricia Corniciuc und Michael Götschenberg ist es dennoch gelungen, einen exklusiven Blick in eine bislang sehr abgeschirmte Männerbastion zu erhalten.

Ihr Film, der nun im Rahmen von "Die Story im Ersten" zu sehen ist, hält sich dabei nicht länger mit der Geschichte auf. Gegründet wurde die Einheit im September 1972 infolge der Geiselnahme von München während der Olympischen Spiele. Ihren "legendären" Ruf erhielt sie im Oktober 1977 durch die Befreiung der Geiseln in der entführten Lufthansa-Maschine "Landshut" auf dem Flughafen Mogadischu in Somalia.

Corniciuc und Götschenberg zeigen vielmehr, wie sich die rund 400 Mann starke Truppe, die weiter ausgebaut werden soll, auf aktuelle Gefahren wie islamistischen Terror aber auch die Umtriebe von Rechtsextremisten vorbereitet. Der "Trainings-Weltmeister", wie die Männer der GSG9 sich selbst bezeichnen, übte zur Gefahrenabwehr sogar gemeinsam mit der israelischen Antiterroreinheit Yamam. Die Reise auf fremdem Terrain, bei der auch die Kameras dabei waren, machte durchaus Sinn. Denn: Als einzige Spezialeinheit der Polizei darf die GSG9 auch im Ausland eingesetzt werden.


Quelle: teleschau – der Mediendienst