In Deutschland leben rund 15 Millionen Menschen in Armut oder sind unmittelbar von ihr bedroht. Der Film von Simone Branahl und Philipp Rückriem zeigt, was es hierzulande tatsächlich bedeutet arm zu sein.

Wie ungerecht das Vermögen in Deutschland verteilt ist, zeigte jüngst eine Statistik des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung. Demnach besitzen die 45 reichsten Haushalte so viel wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung. Beide Gruppen kamen im Jahr 2014 jeweils auf insgesamt 214 Milliarden Euro Vermögen.

Besonders Arbeitslose, Geringverdiener, Alleinerziehende, kinderreiche Familien und Senioren sind über Jahre auf staatliche Zuschüsse angewiesen. Doch die reichen oft nicht aus. Nur um sich das Nötigste für den täglichen Lebensunterhalt leisten zu können, drehen sie jeden Cent zweimal um. Grundnahrungsmittel holen sich viele bei den insgesamt 934 Tafeln in Deutschland mit mehr als 2100 Tafel-Läden und Ausgabestellen.

Eine der größten sozialen Bewegungen der jüngeren Vergangenheit wurde erst vor 25 Jahren in Berlin ins Leben gerufen. Heute engagieren sich rund 60.000 ehrenamtliche Helfer für die Tafeln. Der Film von Simone Branahl und Philipp Rückriem zeigt am Beispiel der gemeinnützigen Organisation, was es tatsächlich bedeutet, in Deutschland arm zu sein. Er spart dabei auch nicht an Kritik. Der Vorwurf: Müsste nicht die Politik viel mehr für arme Menschen tun, anstatt einer privaten Initiative?


Quelle: teleschau – der Mediendienst