Mit "Kurt Cobain: Montage Of Heck" gelang Brett Morgen 2015 die bislang aufschlussreichste Dokumentation über die Grunge-Legende. Acht Jahre arbeitete Morgen an dem Werk, für das er vollen Zugang zum Privatarchiv des Künstlers hatte.

"Montage Of Heck": So nannte der junge Kurt Cobain ein Mixtape, auf dem er Songschnipsel und verstörende Sounds zu einer bizarren Collage vermengte. Jenen Titel gab Brett Morgen auch seiner außergewöhnlichen Dokumentation über den legendären Frontmann der Grunge-Band Nirvana.

Künstlerisch nähert sich "Kurt Cobain: Montage Of Heck" (2015) durch Interviews, Animationen und zahlreiche unveröffentlichte Privataufnahmen seiner ambivalenten Figur an – und schafft es, sie zu entmystifizieren. ARTE zeigt das gut zweistündige Werk über den Weg eines traurigen, sich ausgestoßen fühlenden Teenagers über seinen Aufstieg zum Weltstar hin zum Drogenwrack mit Baby.

"Kurt Cobain: Montage Of Heck" erweckt die bisweilen Furcht erregenden Zeichnungen und Skizzen des psychisch labilen Stars grandios animiert zum Leben, ebenso wie seine Notizen, Lied- und Textentwürfe. Beinahe psychedelisch blickt man auf diese Weise nicht nur auf Cobain, sondern mit ihm, dem sensiblen Charakter, auf die Welt. Von seiner Kindheit in der Provinz, über den Ausbruch aus dem Redneck-Mief bis zur plötzlichen Transformation in einen der größten Rockstars.

Klug kombiniert die vielschichtige Experimental-Doku intime Momente mit unaufgeregten Interviews: Zu Wort kommen musikalische Begleiter wie Nirvana-Bassist Krist Novoselic ebenso wie Cobains Eltern, eine Ex-Freundin sowie Witwe Courtney Love. Allen lässt der Film viel Raum für Schweigen. ARTE zeigt den filmischen Trip durch ein trauriges Leben als deutsche Free TV-Premiere.


Quelle: teleschau – der Mediendienst