"Der endlose Krieg: Iran – Israel – USA"

Frustrierende Verhandlungen auf einem Pulverfass

von Rupert Sommer

Einst waren Israel und Iran befreundete Länder. Doch der Volksaufstand und Irans engen Bande zu den politischen Palästinenserführern sorgten für einen Bruch, der bis heute nicht zu kitten ist. 

ARTE
Der endlose Krieg: Iran – Israel – USA
Dokumentation • 16.03.2021 • 20:15 Uhr

Es ist ein Krieg, der seit über vier Jahrzehnten andauert – aber nie offiziell erklärt wurde. Trotzdem befinden sich die Länder Israel und die seine transatlantische Schutzmacht USA auf der einen und der Iran auf der anderen Seite in ständiger Alarmstimmung, die von Feindseligkeiten und gegenseitigem Misstrauen geprägt ist. Die ARTE-Dokumentation "Der endlose Krieg: Iran – Israel – USA", die in deutscher Erstausstrahlung zu sehen ist, versucht nun, die historischen Hintergründe für die weiter angespannte Lage auf dem Pulverfass zu beleuchten. Und sie bemüht sich, Hoffnung zu verbreiten.

Einen echten Dialog über die Konfliktlinien hinweg gibt es trotz vieler diplomatischer Bemühungen immer noch nicht. Die Situation im Nahen Osten gilt als komplett verfahren. Auslöser für den tiefen Konflikt ist der frühere Volksaufstand in Persien, der zur Vertreibung der monarchischen Herrscherfamilie des Schah-Regimes und 1979 zur Gründung der Islamischen Republik Iran führte. Seit dieser Zeit befinden sich Teheran, Tel Aviv und Washington im Dauerkonflikt. Was in der Rückschau kaum mehr zu glauben ist: Vor dieser Zeit waren Israel und Iran eng befreundet und setzten auf ein partnerschaftliches Miteinander.

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Was die Situation mit zum Kippen brachte, war die rasante Annäherung der neuen iranischen Führung nach der Revolution an den politischen Arm der Palästinenser. Deren damaliger Anführer Jassir Arafat war der erste ausländische Vertreter, der nach dem iranischen Volksaufstand das Land besuchte und dort sogar eine diplomatische Vertretung eröffnete. Diese zog provokanter Weise in die Räumlichkeiten der Vertretung Israels ein.

Rasch wurden auch die USA in die dramatisch angestiegenen Spannungen hineingezogen: Die Geiselnahme in der US-Botschaft durch das Mullah-Regime im Iran markierte schließlich den aggressiven Bruch mit der westlichen Welt. Die USA wurden zum Kriegsgegner. Und immer wieder verketteten sich die strategischen Interessen des West-Blocks und des Iran auf unheilvolle Weise – unter anderem im Libanon, später auch bei vielen terroristischen Anschlägen etwa der Hisbollah-Organisation, die vom Iran unterstützt wird.

Unter dem neuen US-Präsidenten Joe Biden könnte nun wieder neue Bewegung in erstarrte Konfliktlinien kommen.

Der zweite Teil der französischen Produktion von Regisseur Vincent de Cointet strahlt ARTE direkt im Anschluss um 21.05 Uhr aus.

Der endlose Krieg: Iran – Israel – USA – Di. 16.03. – ARTE: 20.15 Uhr


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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