17.08.2020 Amy Mußul im Interview

"Einen Plan B hatte ich nie"

von Lara Hunt
Kim Mattern (Amy Mußul) und Janek (Dennis Kamitz).
Kim Mattern (Amy Mußul) und Janek (Dennis Kamitz).  Fotoquelle: ZDF / Uwe Frauendorf

Amy Mußul spielt Kommissarin Kim Nowak in SOKO Leipzig. prisma hat sie verraten, warum ihr gerade die Fehler ihrer Serienfigur so gut gefallen.

TV-TIPP

"SOKO Leipzig"

Staffel 20

ab 28. August

21.15 Uhr

ZDF

Frau Mußul, Sie spielen bei SOKO Leipzig die Kommissarin Kim Nowak. Was schätzen Sie besonders an ihr?

Sie ist mir richtig ans Herz gewachsen und ich kann viel von der Figur lernen – auch für mich und meinen Beruf. Man bekommt immer wieder neue Einblicke in ihre Persönlichkeit. Das macht es spannend, sie zu spielen, und ich schätze das sehr.

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Gibt es auch etwas, was Sie an der Figur so gar nicht leiden können?

Nein, weil ich auch für ihre Fehler Empathie entwickelt habe. Gerade drehen wir eine Folge, in der Kim einen wirklich großen Fehler macht. Sie hat etwas getan, dass moralisch falsch ist. Etwas von dem man sagen würde: Das macht man nicht. Doch durch diesen Fehler wird die Figur facettenreicher, menschlicher und greifbarer und ich fühle mich ihr so nah wie noch nie. Da fängt man an tiefer zu graben und sich als Schauspieler zu fragen: Warum hat sie das gemacht? Was ist mit ihr passiert? Dadurch kann man die Rolle richtig entwickeln. Da tun sich Abgründe auf – das ist total spannend.

Kim Nowak ist nach dem Abi erst mal herumgereist und dann zur Polizei gegangen. Sie hingegen stehen seit Ihrer Kindheit vor der Kamera. Zieht man da Vergleiche?

Ich hatte einfach das Glück, dass ich meine Berufung schon so früh gefunden habe und das ich auch gleich nach dem Abitur an der Schauspielschule angenommen wurde. Gleichzeitig hat mir mein Beruf aber auch schon immer ermöglicht die Welt zu sehen und zum Beispiel auch mit dem „Traumschiff“ viele spannende Länder zu bereisen. Dafür bin ich unglaublich dankbar.

Sie stehen vor der Kamera seit Sie sechs Jahre alt waren. Es gab nie einen Moment in Ihrer Jugend, in dem Sie keine Lust mehr darauf hatten?

Nein, den gab es wirklich nie. Ich habe mich eher gefreut, so etwas Schönes zu machen und etwas gefunden zu haben, was mir wirklich Spaß macht. Meine Mitschüler hatten da Phasen, in denen sie unsicher waren und sich gefragt haben: Was will ich später nur machen? Und ich dachte: Geil, ich hab etwas gefunden, das ich machen will und das mich erfüllt. Einen Plan B hatte ich nie.

Sie spielen eine SOKO-Lepzig-Kommissarin, Ihr Partner Rick Okon spielt einen Tatort-Kommissar. Reden Sie privat viel über Ihre Arbeit?

Natürlich bespricht man schon mal wie der Drehtag lief, wie man Szenen spielen könnte, oder fragt sich gegenseitig Text ab. Aber wir beide haben auch ein Leben fernab der Arbeit, sodass der Ausgleich nicht zu kurz kommt.

Das ist Ihre erste Rolle als Kommissarin. Wie gefällt Ihnen die Verbrecherjagd?

Es macht einfach Spaß! Ich habe tolle Kollegen, wir arbeiten super gut und harmonisch zusammen, und ich freue mich jeden Tag ans Set zu gehen und spielen zu können. Die Rolle der Kim Nowak ist für mich ein Geschenk und auch die Vorbereitung war aufregend. Ich habe unter anderem ein Schießtraining absolviert. Es ist toll, in so einem abwechslungsreichen Beruf zu arbeiten.

SOKO Leipzig wird kommendes Jahr 20 Jahre alt. Was macht die Krimi-Serie Ihrer Meinung nach so erfolgreich?

Ich denke, das ist vor allem den Kollegen Melanie Marschke und Marco Girnth zu verdanken, die seit der ersten Folge dabei sind. Die beiden haben auch nach so vielen Jahren noch Bock auf die Serie und wollen einfach immer das Beste für das Format und ihre Figuren. Ein weiterer Vorteil ist, dass SOKO Leipzig auch horizontal erzählt wird, also über Staffeln hinweg, Erzählbögen kreiert, sodass sich die Figuren entwickeln können. Ich denke, das ist gerade im Zeitalter von Streaming wichtig – der Zuschauer kann so noch mehr mitfiebern.

Was können die Zuschauer von Staffel 20 erwarten?

Auf jeden Fall gibt es überraschende Wendungen und spannende neue Sachen zu erfahren. Auch über Kims Privatleben.

Gerade drehen Sie schon Staffel 21. Zwischen diesem Dreh und dem davor kam Corona. Was hat sich dadurch bei Ihnen verändert?

Natürlich gab es bei uns auch erst mal einen Drehstopp, und wir konnten erst vor einigen Wochen wieder mit dem Drehen beginnen, allerdings nur mit strengen Maßnahmen.

Machen die die Schauspielerei schwerer?

Naja, schönes freies Spielen ist schon anders. Wir müssen Abstandsregeln einhalten, und es wird viel getrickst vor der Kamera. Zum Beispiel steigt eine Person ins Auto ein und die andere tut so, als ob und versucht dann, an der Kamera vorbeizuschleichen. Da geschehen schon ziemlich absurde Sachen. Und natürlich ist es vorübergehend auch mal spannend, zu überlegen, wie man Nähe aufbauen kann, ohne jemandem körperlich nahe zu sein. Aber dauerhaft ist das keine Lösung. Ich glaube, wir sind alle froh, wenn wir irgendwann mal wieder Szenen spielen können, in denen wir Leuten einfach mal die Hand schütteln und vor allem die Verbrecher wieder richtig festnehmen können.

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