Ein ungefährdetes 2:0 und ein wundersam aufgeblühter "Problemspieler" Renato Sanches: Dem FC Bayern München glückte ein Start nach Maß in die neue Champions-League-Saison. Ganz anders dürfte die Bilanz bei Sky, dem Inhaber der deutschen TV-Übertragungsrechte ausfallen.

Nur 770.000 Zuschauer verfolgten am Mittwochabend das Aufeinandertreffen von Benfica Lissabon und Bayern München live bei Sky. Die Zuschauer der "Konferenz"-Schaltung sowie die der Dienstagspaarung mit deutscher Beteiligung (FC Brügge – Borussia Dortmund) eingerechnet, erreichte der Pay-TV-Anbieter mit den Mitteln der linearen Ausstrahlung am ersten CL-Spieltag 2,23 Millionen Fußballfans. Erschreckend: Trotz stark gestiegener Lizenzkosten waren das weniger Zuschauer als beim Köngisklassen-Saisonauftakt vor einem Jahr (zusammengerechnet 2,39 Millionen). Dabei hatte sich Sky in der Saison 2017/18 noch der öffentlich-rechtlichen Konferenz zu erwehren. Im ZDF verfolgten vor Jahresfrist rund acht Millionen Zuschauer das Auftaktspiel der Bayern.

Das Kalkül, die zuletzt im frei empfangbaren Fernsehen beheimateten Fußballfans zu einem Pay-TV-Abo zu verleiten, scheint bislang also nicht aufzugehen. Probleme hat Sky überdies bei seinem On-Demand-Dienst Sky Go. Wie schon das ein oder andere Mal in der Vergangenheit, hielten die Server auch diesmal der Menge an User-Zugriffen nicht Stand.

"Wir haben die Störung bei unseren Streaming-Diensten bis Spielende leider nicht beheben können und bitten alle betroffenen Kunden aufrichtig um Entschuldigung", schrieb das Unternehmen bei Twitter. Zuvor hatte sich über die sozialen Medien Empörung breitgemacht. Auch prominente Fans ärgerten sich über das verpasste Spiel: "Langsam wird es unschön!", twitterte etwa "Sportschau"-Moderator Matthias Opdenhövel nebst dem Screenshot einer Sky-Fehlermeldung.

Am Donnerstag entschuldigte sich der Sender erneut und teilte mit, er arbeite an einer "fairen Lösung" für Kunden, die für den Empfang des Spiels gezahlt hatten.

Dem Vernehmen nach hat Sky rund 600 Millionen Euro für die Übertragungsrechte an den kommenden drei Spielzeiten der Champions League bezahlt. Sublizenznehmer ist mit dem Streamingdienst DAZN ein weiterer Abo-Anbieter. Die Aufteilung der einzelnen Spiele zwischen den beiden Unternehmen folgt einem äußerst komplizierten Regelwerk.

Im deutschen Free-TV ist die Champions League bis auf Weiteres gar nicht mehr zu sehen. Mit Ausnahme des Endspiels – allerdings auch nur im Fall einer deutschen Beteiligung.


Quelle: teleschau – der Mediendienst