Seit der Kulturrevolution (1966 bis 1976) hat sich viel getan im Reich der Mitte: Mittlerweile ist die Volksrepublik China zu einer der führenden Wirtschafts- und Militärmächte avanciert. Zum 100. Geburtstag des Landes im Jahr 2049 soll die kommunistische Diktatur sogar die alleinige Weltmacht verkörpern. Die Umsetzung dieses ambitionierten (und für die demokratischen Westmächte gefährlichen) Ziels liegt in den Händen des "Präsidenten auf Lebenszeit", Xi Jinping.

ARTE widmet dem mächtigen asiatischen Staat einen kompletten Themenabend mit ganzen fünf Dokumentationen zu den unterschiedlichsten politischen und kulturellen Themen. Den Anfang um 20.15 Uhr macht "Die Welt des Xi Jinping" (für einen begrenzen Zeitraum auch hier in der Mediathek), das spannende Porträt über den Autokraten, der den "chinesischen Traum" in die Tat umzusetzen gedenkt.

Im Anschluss an die Doku von Sophie Lepault und Romain Franklin, in der unter anderem ein hochrangiger Militär, Biografen und Regimekritiker die Positionen des rätselhaften Präsidenten transparent machen, folgt eine kurze zehnminütige Gesprächsrunde um 21.30 Uhr. Direkt danach befasst sich die Reportage "Der tausendköpfige Drache" (hier in der Mediathek) von Francois Reinhardt mit dem Informationshunger der Volksrepublik. Wie funktioniert die chinesische Wirtschaftsspionage? Wie können Urheberrechtsverletzungen "legal" umgesetzt werden? Mit welchen Mitteln lässt das Land die Oppositionellen im Ausland überwachen?

Um 22.40 Uhr zeigt ARTE dann Marco Wilms' Porträt "Taiwan: Mit Heavy Metal ins Parlament" (hier in der Mediathek) über den Musiker Freddy Lim (42), der seinen Starstatus ausnutzt, um auch erfolgreich als Politiker in Erscheinung zu treten. Lim setzt sich dafür ein, dass sich der Inselstaat mehr vom Mutterland loslöst. Die Doku begleitet ihn auf unterschiedlichen politischen Reisen, bei denen er unter anderem mit seinem großen Vorbild, dem Dalai Lama zusammentrifft. Der Exilant ist der Regierung in Peking seit jeher ein Dorn im Auge und gilt als Bedrohung für die Macht der kommunistischen Staatspartei.

"Hongkong: Aufstand der Demokraten" von Alain Lewkowicz widmet sich dann um 23.35 Uhr den Bestrebungen der jungen Generation Hongkongs, die nach der Rückgabe der einstigen britischen Kronkolonie an China geboren wurde. Ähnlich wie Freddy Lim in Taiwan, treten auch diese jungen Menschen mit Herzblut für mehr Selbstbestimmung in ihrer Heimat und die vollständige Loslösung von Peking ein – wird ihr Versuch einer demokratischen Revolution Erfolg haben?

Den Abschluss des Themenabends markiert "Liebe im Reich der Mitte: Chinas Frauen im Aufbruch" (hier in der Mediathek) um 0.35 Uhr. Darin untersucht Regisseurin Laetitia Schoofs die weibliche, sexuelle Revolution, die in Teilen auch offen, aber zumeist unter der Oberfläche stattfindet und sich in naher Zukunft Bahn brechen wird.


Quelle: teleschau – der Mediendienst