"Mission Kanada"

"Das Kindermädchen": Ganz schön viel Drama für einen Film

von Elisa Eberle

Kindermädchen Saskia Vester verschlägt es im dritten Teil der Reihe nach Kanada. Dort muss sie sich nicht nur um ein einsames Mädchen kümmern.

ARD
Das Kindermädchen: Mission Kanada
Spielfilm • 04.01.2021 • 20:15 Uhr

Das fängt ja gut an: Gerade erst ist Henni Höffner (Saskia Vester) in Kanada angekommen, schon bekommt sie von ihrem zukünftigen Schützling eine vor den Latz geknallt: "Ich brauche keine Nanny", entrüstet sich die 13-jährige Bristol (Trixi Janson) nur kurz nachdem eben jene sie fast bei einem Ladendiebstahl erwischt hätte. Es ist also keine leichte Aufgabe, mit der sich Henni in ihrem dritten Auslandseinsatz als Kindermädchen konfrontiert sieht. Das Erste zeigt die leichte Familienunterhaltung "Das Kindermädchen: Mission Kanada" am Montagabend zur besten Sendezeit.

Bei Bristol handelt es sich um den klassischen Fall von Wohlstandverwahrlosung. Das wird dem Zuschauer wie auch Henni schnell klar. Denn hinter seiner engelhaften Erscheinung hat es der blonde Teenager faustdick hinter den Ohren: Gemeinsam mit einer Freundin hat Bristol nicht nur gestohlen, sie hinkt auch in der Schule weit hinterher. Ausgerechnet eine Nachprüfung im Fach Deutsch zu Goethes "Faust" ist ihre letzte Chance auf eine Versetzung. Genau darauf soll Henni nun mit dem Mädchen üben. Weder der reiche Vater Christophers (Jens Atzorn) noch dessen Ex-Frau Greta (Holly Elissa) wollen sich dafür die Zeit nehmen.

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Als wäre das nicht schon Drama genug, muss sich Henni auch noch um Christophers zukünftige Frau Pia (Luise Wolfram) kümmern: Die junge Frau leidet nicht nur unter Schwangerschaftsübelkeit, sondern sie wird sowohl von Bristol als auch von deren versnobter Großmutter Esther (Gaby Dohm) zutiefst verachtet. Wird die selbsternannte "Premium-Nanny" auch dafür eine Lösung finden?

Ein vernachlässigtes Mädchen, ein überforderter Vater und eine Stiefmutter mit einem dunklen Geheimnis: Vielleicht ist es etwas viel Drama für einen Spielfilm (Buch: Claudia Kratochvil, Regie: Sascha Bigler). Zusammen mit den privaten Nöten von Henni wirkt das Geschehen jedenfalls ein wenig weit hergeholt. Denn in welcher Realität würde ein Sachbearbeiter des Arbeitsamts (hier dargestellt von Jürgen Tonkel) seiner uneinsichtigen Klientin bis nach Übersee hinterherreisen, statt ihr einfach die Bezüge zu streichen?

Sei es drum: Abgesehen davon bietet "Das Kindermädchen: Mission Kanada" liebevolle, leichte Unterhaltung. Der 61-jährigen Saskia Vester ist ihre Rolle als gutherzige, leicht naive Seniorin erneut wie auf den Leib geschneidert. Insbesondere ihre hilflosen Versuche, mit den Einheimischen Englisch zu sprechen ("Jetzt sind Sie aber ganz schön sorry, oder?"), wirken einfach sympathisch. Gleiches gilt für die küchenpsychologischen und dennoch treffenden Kalendersprüche, die sie insbesondere Bristol das ein oder andere mal auf den Weg mitgibt.

Fans der Reihe können sich schon auf eine weitere Fortsetzung freuen: Die Dreharbeiten unter dem Arbeitstitel "Das Kindermädchen – Mission Italien" fanden im Oktober 2020 in Apulien statt. Ein Sendetermin ist noch nicht bekannt.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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