Free-TV-Premiere bei VOX

"Das ist erst der Anfang!" Dieser Komödie fehlt bis auf Stars leider alles

von Sarah Schindler

Die Superstars Morgan Freeman und Tommy Lee Jones quälen sich durch eine Komödie über das Älterwerden, der es an Witz, Charme und Spannung fehlt.

VOX
Das ist erst der Anfang! Mission Ruhestand
Komödie • 25.04.2020 • 20:15 Uhr

Ron Sheltons Zeiten als solider Drehbuchautor und Regisseur sind offenbar vorbei. Zwar lieferte er gelungene 90er-Jahre-Sportkomödien, unter anderem "Weiße Jungs bringen's nicht", aber bis zum Erscheinen der Actionkomödie "Das ist erst der Anfang! Mission Ruhestand", die VOX nun als Free-TV-Premiere zeigt, hörte man kaum etwas von ihm. 15 Jahre nach seinem Autoren-Erfolg von "Bad Boys II" wollte Shelton es noch einmal wissen. Dafür holte er sich einige der Urgesteine Hollywoods ans Set und versuchte so eine Komödie zu entwickeln, in der sich er und die Darsteller nochmal beweisen sollten. Stattdessen gehen sie einem hier meistens auf die Nerven.

Duke Diver (Morgan Freeman) ist untergetaucht. Der rüstige Kerl mit der mysteriösen Vergangenheit managt ein Luxus-Altenheim in Palm Springs und kann sich vor losen Liebschaften kaum retten. Aber nicht nur von den Damen der Residenz wird er umworben, auch die männlichen Bewohner hängen gerne mit ihm bei einer Runde Poker oder Golf ab. Das Leben könnte nicht schöner sein, doch als die Mafiosa Delilah (Jane Seymour) Duke in einem TV-Spot entdeckt und ihm einen Auftragskiller auf den Hals hetzt, fangen seine Probleme an. Außerdem rückt ihm die Steuerprüferin Suzie (Rene Russo) noch zu Leibe, da es Unstimmigkeiten in so mancher Abrechnung gibt. Und als ob das nicht schon genug Stress wäre, zieht auch noch ein neuer Casanova (Tommy Lee Jones) ein, der Duke ordentlich Konkurrenz macht. Aber das ist erst der Anfang ...

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Die Idee, eine Komödie mit einer Senioren-Besetzung und einer darauf ausgerichteten Geschichte zu schaffen, ist nicht neu. Dass dieses Prinzip wunderbar funktionieren kann, haben Filme wie "Das Beste kommt zum Schluss" oder beide "R.E.D."-Teile bewiesen. Das Geheimnis liegt darin, eine gute, emotional ausgeglichene Geschichte zu erzählen, die zwar auf das Altern und alle damit einhergehenden Probleme eingeht, es aber nicht durchgehend zum Hauptthema macht. Ganz anders verhält es sich hier: Tommy Lee Jones und Morgan Freeman mühen sich von einem Slapstick-Moment zum nächsten, lassen dabei kein noch so klischeehaftes Fettnäpfchen aus und wirken bisweilen sogar unbeholfen albern.

Viel zu selten blitzen gute, energiegeladene Momente auf – nur um im nächsten Moment zunichtegemacht zu werden und wieder in die Belanglosigkeit abzudriften. Die Beteiligten quälen sich weitgehend ohne Esprit durch einen knapp anderthalbstündigen Film, bei dem so ziemlich alles fehlt: Witz, Charme und Spannung. Lediglich ein wenig Action gibt es am Ende, die allerdings eher unfreiwillig komisch anmutet.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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