Mit dem Thriller "Die Muse des Mörders" gratuliert das ZDF Christiane Hörbiger zum 80. Geburtstag (13. Oktober). Früher war Madeleine "Mado" Montana (Christiane Hörbiger) eine bekannte Krimiautorin. Mittlerweile kommen zu den Lesungen der alternden Diva nur noch eine Handvoll Fans. Das ändert sich, als ein Serienmörder Mados literarische Ideen in die Realität überführt.

Ermittler Rupert Bäumer (Fritz Karl) und seine Mitarbeiterin Flo Gstöttner (Cornelia Ivancan) stellen fest, dass der Täter haargenau blutige Szenen aus den – leider zahllosen – Romanen des ehemaligen Krimistars nachstellt. Während die Polizei im Dunkeln tappt, freuen sich Mado und Sohn Oliver (Florian Teichtmeister) fast ein wenig über das wieder aufflammende Interesse der Öffentlichkeit. Der Schock einer realen Gewalterfahrung setzt der alten Dame aber auch reichlich zu. Finden Krimi-Brain und Polizei einen gemeinsamen Weg, um den Täter zu stellen?

Eine reizvolle, wenn auch reichlich "inszenierte" Grundidee liegt diesem Zwitterwesen aus Krimi und Thriller zugrunde. Reizvoll vor allem deshalb, weil der Liebesentzug des Publikums einer abgehalfterten Autorin gegenüber diese durch die Ambivalenz des Geschehens in ein emotionales Dilemma führt.

Christiane Hörbiger glänzte in den letzten Jahren des Öfteren in schwierigen Altersrollen: Sie kämpfte bis auf den letzten Cent mit der Altersarmutsie, glitt in die Demenz ab und starb an Krebs . "Die Muse des Mörders" (Buch: Axel Götz, "Der Fall Schimanski") setzt nun jedoch weniger auf psychologische Feinheiten denn auf "Hard Boiled"-Elemente. Die in Österreich spielende Co-Produktion von ORF und ZDF versteht sich als klassischer "Whodunit"-Thriller, der von Hörbigers Sohn Sascha Bigler in solide Bilder übersetzt wurde.

Dass Bigler auch feinere Krimi-Welten zu inszenieren versteht, bewies er zuletzt mit dem ersten, sehr sehenswerten "Kommissar Pascha"-Krimi, der 2017 in der ARD zu sehen war. "Die Muse des Mörders" ist hingegen drastisch gedachte, aber auch ein wenig vorhersehbare Unterhaltung für Freunde des klassischen Ritualmord-Krimis.


Quelle: teleschau – der Mediendienst