Tödliche Gladiatorenkämpfe mittten in Dortmund? Kommissar Faber (Jörg Hartmann) und Team ermittelten nach einem Leichenfund in der illegalen Kampfsportszene. Ein Neuzugang in der Ruhrpottmannschaft schlug sich wacker. Hier sind alle wichtigen Fragen und Antworten zum "Tatort: Tod und Spiele".

Was war geboten?

Fäuste, Schnaps und Schmuddelsex! Oder sagen wir einfach: alles, was das Herz des Schimanski-Nostalgikers begehrt! Nach dem Fund verkohlter menschlicher Knochen auf einem stillgelegten Fabrikgelände schickte Faber den neuen Kollegen Jan Pawlak (Rick Okon) per Hauruck-Legende in ein Kampfsport-Studio und Kollegin Bönisch (Anna Schudt) unter gleichfalls falscher Identität in das Hotel, in dem das Todesopfer nächtigte. Den kleinen Sohn des toten Russen versteckten sie vor dem Jugendamt auf einer Luftmatratze im Kommissariat. Computerdaten wurden durch Ablenkmanöver ergaunert, und die leitende Ermittlerin pichelte mit dem ihr zugetanen Hauptverdächtigen Kurze an der Hotelbar. Noch Fragen?

Was war nicht geboten?

Polizeiarbeit im Sinne der Dienstvorschrift. Zwischen Kampfkäfig und Kleintransporter-Quickie wurde das Realismusbedürfnis vieler "Tatort"-Gucker mal wieder schwer mit der Pommesgabel malträtiert. Als man schon dachte, es könnte nicht mehr bunter werden, zogen sich Kommissarin Bönisch und ihr verliebter Oligarch (Samuel Finzi), der eigentlich den BVB kaufen wollte, Karnevalsmasken über und landeten auf einer illegalen Geheimparty wie seinerzeit Tom Cruise in Stanley Kubricks "Eyes Wide Shut". Statt enthemmten Sex gab es hier aber nur enthemmte Gewalt wie aufs Titelstichwort: "Tod und Spiele". Wir lernen: Der voyeuristische Kick ist hier wie dort wahrscheinlich der gleiche.

Cage Fights auf Leben und Tod – gibt es das?

Der Vollkontaktsport Mixed Martial Arts, der hier Pate stand, wurde seit den 1990er-Jahren populär und leidet vielerorts noch immer unter einem miserablen Ruf. Der damalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière bezeichnete die Kämpfe einmal als "abscheulich". TV-Übertragungen wurden in Deutschland verboten. Gleichwohl ist das Verletzungsrisiko bei dieser technisch anspruchsvollen Kampfsportart nicht höher als etwa beim Boxen. Negativschlagzeilen machte in den letzten Jahren vor allem die Unterwanderung der Szene durch Neonazis. Von geheimen Gladiatoren-Events auf Leben und Tod ist hingegen nichts publik geworden. Andererseits sollte man in dieser kranken Welt auch nichts für unmöglich halten.

Wer ist der Neue?

Optisch dürfte der junge Mann ins Beuteschema jeder "Bachelorette" fallen, dazu hat er erstklassige Manieren und legt Wert auf geregelte Dienstzeiten. Da ist er ja mal fulminant am falschen Platz gelandet! Als verdeckter Ermittler im Gefängnis trat Jan Pawlak schon in der zuletzt gesendeten Folge ("Tollwut") auf den Plan, ab sofort gehört er fest zum Team. Gespielt wird der unverschämt gutaussehende Hauptkommissar vom 29-jährigen Rick Okon. Für Aufsehen sorgte der gebürtige Brandenburger 2016 im Kölner "Tatort: Kartenhaus" als flüchtiger Totschläger in "Bonnie und Clyde"-Manier. Ende des Jahres geht er zudem bei Sky in "Das Boot" auf Tauchgang. Okon spielt in der Serien-Neuauflage den "Kaleu".

Das hat verblüfft

Kommissarin Bönisch hat es am Filmende genau erkannt, und auch dem aufmerksamen Zuschauer ist es nicht entgangen: Faber kann lächeln! Zumindest ein bisschen. Überhaupt gab es ungewohnt zahlreiche Anflüge von (sarkastischem) Humor zu verzeichnen. Der Autor Wolfgang Stauch wollte nach eigenem Bekunden "einen etwas leichteren Ton als in Dortmund üblich anschlagen" und Kommissar Faber "ein Stück weit aus dem Abgrund und seinem Trauma holen, indem die Gegenwart für ihn emotional wichtiger wird als die Vergangenheit". Ist superb gelungen – aber wo soll das hinführen? Nicht dass aus dem Dortmunder Chaostrupp noch ein ganz normales "Tatort"-Revier wird!

Wie geht es in Dortmund weiter?

Mit der Folge "Zorn" (Buch: Jürgen Werner, Regie: Andreas Herzog). Es geht um den Mord an einem ehemaligen Bergmann und den mitunter schmerzhaften Strukturwandel in der Region. Geplante Ausstrahlung ist Ende des Jahres.


Quelle: teleschau – der Mediendienst