Die Explosion der Bohrinsel "Deepwater Horizon" zog 2010 eine gigantische Meeresverschmutzung nach sich. Dennoch setzt sich der gleichnamige Film nicht mit den ökologischen Folgen der Katastrophe auseinander, sondern beschäftigt sich nur am Rande mit den moralischen und finanziellen Verpflichtungen von Ölfirmen.

"Deepwater Horizon" (2016) ist auch kein Plädoyer für Umweltschutz. Stattdessen unternimmt der Film von Regisseur Peter Berg den Versuch, das Drama vom 20. April 2010 in seiner Entstehung zu erklären. Vor allem aber versteht sich die Produktion als Denkmal für all jene, die bei dem Desaster rund um die BP-Ölplattform im Golf von Mexiko ihr Leben ließen. ProSieben zeigt den packenden Katastrophenfilm am 7. Oktober (20.15 Uhr) in einer Free-TV-Premiere.

Es wird, zumindest in der ersten Hälfte des Films, kompliziert. Man muss schon ausgebildet sein in jenen technischen Teilbereichen der Ölförderung, um zu verstehen, was die Story hier zu schildern versucht. Am Ende geht es um einen sogenannten "Blowout", also das unkontrollierte Austreten von Bohrspülung und Erdöl aus dem Bohrloch einer Bohr- oder Förderanlage. Und es geht um den BOP, den "Blowout-Preventer": Ventile, die das Austreten vom Öl am Bohrloch verhindern. Eine Vielzahl von weiteren Begriffen wird eingeführt, eine Kettenreaktion setzt sich in Gang.

Im Mittelpunkt der Story, deren Figuren auf realen Vorbildern basieren, steht Mike Williams (Mark Wahlberg). Der Cheftechniker der Deepwater Horizon verabschiedet sich am Morgen von seiner Frau (Kate Hudson), um die nächsten drei Wochen auf der Plattform zu verbringen. Die folgenden Ereignisse sieht der Zuschauer vor allem aus seiner Sicht. Williams trifft früh auf den Offshore Installation Manager Jimmy Harrell (Kurt Russell) und die junge Technikerin Andrea Fleytas (Gina Rodriguez).

Gemeinsam wird ihnen vor Ort klar, dass es zu technischen Problemen gekommen ist. Tests konnten nicht durchgeführt werden, doch Donald Vidrine (John Malkovich), Vertreter des Ölkonzerns BP, drängt darauf, sofort mit der Ölförderung zu beginnen, um nicht noch mehr Zeit und Geld zu verlieren. Warnungen schlägt er in den Wind. Und dann knallt es, explodiert es, brennt es, stürzt alles ein.

In dieser Extremsituation tritt die gesamte Palette der menschlichen Eigenschaften zutage. Aber die schnelle Aufeinanderfolge der Ereignisse gibt keine Zeit mehr zu großen Emotionen und so ist "Deepwater Horizon" in der Folge eher ein großer gigantischer Katastrophen-Actionfilm denn wirkliches Drama. Und doch hat der Film seine Berechtigung, gewährt er doch auch einen Blick auf jene Menschen, die weltweit draußen auf den Meeren Wagnisse eingehen, damit der Wagen vor der Tür immer weiter läuft.


Quelle: teleschau – der Mediendienst