Zwischen 1960 und 1966 machten die Beatles die Bühnen der Welt unsicher, spielten ein Live-Konzert nach dem anderen. Ron Howard hat über diese Zeit die Dokumentation "The Beatles: Eight Days a Week – The Touring Years" gedreht, die nun bei ARTE Free-TV-Premiere feiert.

Spätestens mit John Lennons "Populärer als Jesus"-Aussagen 1966 kam es zum Bruch zwischen den Beatles und der Öffentlichkeit. Die anschließende Tour in den USA war ein Husarenritt, gestört von christlichen Fanatikern und dem bereits gewohnten Wahnsinn rund um die vier Pilzköpfe. Danach veröffentlichte die Band ein Album nach dem anderen, live spielen wollte sie aber nicht mehr. "The Beatles: Eight Days a Week – The Touring Years" (2016) dokumentiert die Zeit bis zu diesem Punkt, als aus dem Pop-Phänomen zum Anfassen zurückgezogene Kritikerlieblinge wurden. ARTE zeigt den Film nun erstmals im deutschen Free-TV.

Kein Geringerer als Oscarpreisträger Ron Howard ("A Beautiful Mind - Genie und Wahnsinn"), Beatles-Fan durch und durch, nahm sich des Themas an. Der Filmemacher ist nah dran am Quartett. Videoaufzeichnungen aus dem Backstage-Bereich, Gespräche, die während der Albumaufnahmen mitgeschnitten wurden. Alle vier kommen zu Wort, John Lennon und George Harrison aus dem reichen Archiv, Paul McCartney und Ringo Starr neu und exklusiv.

Die zentrale Frage des Films: Was zwang die Beatles 1966 zum Rückzug aus der Öffentlichkeit? Howard findet die Antwort in dem seinerzeit unbezwingbaren Hype, der nicht ins Stocken kommen wollte. "Eight Days A Week" zeigt, wie schon Dokus zuvor, die kreischenden Mädels, die von Fans gesäumten Straßen und Flughäfen, die zum Bersten gefüllten Stadien. Dabei betrachtet Howard die Menschenmengen nicht nur als nie zuvor dagewesenes Phänomen, sondern auch als echte Bedrohung. Als Bedrohung für das letzte bisschen Privatsphäre, für den Realitätssinn und für ihre Musik.

Wirklich Neues vermag "Eight Days a Week – The Touring Years" nicht zu vermitteln. Gerade Anhänger der Band dürften wenig Überraschendes darin vorfinden. Natürlich geht dem Film auch die Dramatik ab, die zuletzt etwa die hochgelobte, oscardekorierte Musik-Doku "Amy" über Amy Winehouse vorzuweisen hatte. Doch mit einem Schwerpunkt auf die (restaurierte) Musik der Liverpooler, mit der liebevollen Bildauswahl und spürbarer Begeisterung wird Ron Howard seinen Idolen gerecht. Ein Unterfangen, an dem vor ihm viele scheiterten.


Quelle: teleschau – der Mediendienst