Angriffe auf Journalistinnen und Journalisten traten in der Vergangenheit immer häufiger auf. Insbesondere die Geschehnisse in Chemnitz zeigten, dass es mit der Pressefreiheit oft nicht weit her ist – sogar Polizisten behinderten Redakteure des ZDF bei der Berichterstattung. Nun hat sich der ZDF-Fernsehrat – natürlich auch im Zuge der gegenwärtigen Entwicklungen – zu Wort gemeldet.

So nehmen dessen Mitglieder (unter anderem die Fernsehratsvorsitzende Marlehn Thieme und ZDF-Intendant Thomas Bellut) nach eigener Aussage "mit Sorge zur Kenntnis, dass Journalistinnen, Journalisten und Kamerateams bei öffentlichen Veranstaltungen vermehrt mit Drohungen und Beschimpfungen in ihrer Arbeit behindert oder durch tätliche Angriffe gefährdet werden".

Das Gremium hebt besonders die demokratische Notwendigkeit des freien Journalismus hervor und plädiert für mehr Schutz von dessen Vertretern. Folgende konkrete Forderung kristallisierte sich im Laufe einer Sitzung zum Thema heraus: "Demokratie funktioniert nicht ohne eine freie Berichterstattung, deshalb werden Presse- und Rundfunkfreiheit als Grundrecht vom Grundgesetz garantiert. Der Fernsehrat fordert deshalb alle gesellschaftlichen Kräfte auf, diesem Grundrecht Achtung und Wirksamkeit zu verschaffen."

Weiter heißt es, dass es der Fernsehrat für unabdingbar halte, "dass sich Journalistinnen und Journalisten bei ihrer Arbeit frei bewegen, ungehindert beobachten und recherchieren können". In diesem Zuge werden auch die Vertreter der Polizei in die Verantwortung gezogen: "Die Polizei hat hierfür die grundgesetzlich verankerte Presse- und Rundfunkfreiheit zu gewährleisten."

Die Aussagen des ZDF-Fernsehrats in der Sache "Beeinträchtigungen und Gefährdungen von Journalisten in der Berichterstattung" sind definitiv als wichtiges Zeichen für die Verteidigung freiheitlich-demokratischer Grundwerte zu erachten.


Quelle: teleschau – der Mediendienst