In der norwegischen Krimiserie "Elven – Fluss aus der Kälte" will Polizist Thomas eine Verschwörung aufdecken. In bester skandinavischer Tradition kommt die Serie, die bei ARTE gezeigt wird, herrlich düster daher.

Die Skandinavier lieben düstere Stoffe: In der norwegischen Krimiserie "Elven – Fluss aus der Kälte" findet die introvertierte Silja (Wiola Wilmi) eine abgetrennte Hand im Fluss. Polizist Thomas (Espen Reboli Bjerke) möchte die Kripo verständigen, seine Vorgesetzten und Kollegen hoffen jedoch, allzu großes Tamtam zu vermeiden. Doch dann verschwindet die Zehnjährige. Zufällig wird sie in einem Sägewerk Zeugin verstörender Machenschaften – nur kurze Zeit später findet man sie tot auf einem Militärgelände. Thomas setzt alles daran, die wahren Hintergründe aufzudecken, entgegen aller Widerstände. Und schon bald muss er feststellen, dass er nicht nur Leichen im Keller des Geheimdienstes findet – auch die eigene Familie hängt tief in der Sache mit drin... ARTE zeigt die acht Episoden der sehenswerten Krimiserie an drei aufeinanderfolgenden Donnerstagen.

Zahlreiche Mysterien tun sich im Verlauf der Handlung auf. Thomas, der ehrenwerte Polizist, kämpft sich gemeinsam mit der Offizierin Mia (Ingeborg Sundrehagen Raustol) durch das Dickicht an Lügen und Geheimnissen. Die Charakterzeichnungen fallen allesamt nicht sonderlich innovativ aus, interessant sind die Figuren aber trotzdem: zum Beispiel Grace (Anne Mággá Wigelius), die Mutter des verstorbenen Kindes, die sich unter anderem prostituiert und kriminell wird, um sich von ihrer frömmlerischen Mutter zu lösen. Oder auch der korrupte Polizeichef und die obskure Gestalt im Sägewerk – wer genau hat hier einen Pakt mit dem Teufel geschlossen? Und wer ist der Teufel?

"Elven" kommt nur langsam in Fahrt, schlecht ist das aber keinesfalls. Wer sich auf eine bedächtige Erzählweise einlassen kann, liegt hier goldrichtig. Der klassische Krimistoff überzeugt mit bekannten Zutaten in neuer Kombination. Auch wenn man die Versatzstücke dieser Erzählung bereits zuhauf gesehen hat, sollte man dem düsteren Stoff eine Chance geben. Angesiedelt im norwegischen Hinterland, im Dreiländereck mit Finnland und Russland, sorgt die karge und trostlose Landschaft dafür, dass die Natur selbst zum Protagonisten wird. Und langsam aber sicher bringt der Fluss Djupelv all die dunklen Geheimnisse ans Licht, die schon seit Jahren unter dem Eis schlummern...

Tonal und optisch ist die Serie von Margret Bergheim und Arne Berggren (Buch von Arne Berggren und Kristine Berg) düster in Szene gesetzt worden. Nicht ohne Grund: Zu undurchsichtig gestaltet sich der verworrene Fall, der sich da vor den Augen der integren Helden auftut. "Die Zeiten haben sich geändert. Die Armee kann nicht mehr tun und lassen, was sie will", sagt Thomas an einer Stelle. Wenn er nur wüsste...

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Quelle: teleschau – der Mediendienst