Der sechste Film der ZDF-Herzkino-Reihe "Fluss des Lebens" führt nach Thailand an den Kwai-Fluss. Opa ist nach Thailand ausgewandert und hat sich mit Einheimischen am River Kwai in einer Seniorengemeinschaft zusammengetan. Seine Tochter und die Enkelin finden ihn in einer Wohlfühl-Oase.

Der sechste Film der ZDF-Herzkino-Reihe "Fluss des Lebens" spielt in Südostasien, am Fluss Kwai, und trägt sinnigerweise den Untertitel "Familienbande". Opa Jochen (Tilo Prückner) ist nach Thailand ausgebüchst und trifft am River Kwai im Seniorendorf "Happy Valley" auf lauter nette Menschen. Obendrein ist er mit der um vieles jüngeren Thaifrau Nissa (Duangjai Hiransri) auch bereits verlobt. Die Hochzeit steht bevor. Das alles erfährt Jochens Tochter Sarah (Nadeshda Brennicke) als sie mit der Enkelin Leah (Maria Matschke) nach Thailand fährt. Man liebt sich, gar kein Zweifel – auch wenn es Sarah so gar nicht verstehen mag. Jochen hatte für die Tochter sein Lebtag keine Zeit, und so wirft man sich nun am River Kwai so manche Sachen an den Hals. Doch gut, dass es dort auch viele fürsorgliche und liebevolle Menschen gibt.

Enkelin Leah beispielsweise ist ein wahrer Engel. Sie bringt alles mit, um die gestörten Familienverhältnisse zu kitten. Und überhaupt die Thais: Winken vom Hausboot, fahren dich umsonst herum ("Für ein Lächeln!") und kochen gerne mittelscharf am River. Nissa, Großvaters neue Frau, wirft wie am Fließband weise Sprüche in die Welt: "Gemeinsam sind wir stark. Wir helfen uns gegenseitig!" so sagt sie. Und auch, es ist zweifellos die Botschaft des Films: "Alt braucht Jung, und Jung braucht Alt!" – Am Ende feiern sie alle eine Hindu-Hochzeit, Opa darf das Tanzbein schwingen, und Sarah, Enkelin Leah und der nette Umsonst-Fahrer mit der Winke-Familie machen einen schönen Karaoke-Dreigesang.

Eine Thailand-Utopie mit hartem Aufprall: Peter und Anna (Bernd Stegemann, Renate Krößner), ein altersarmes deutsches Seniorenpärchen, dem das Geld zum Aufenthalt nicht mehr reicht, macht sich wieder in die Heimat auf. Wo werden sie weiterleben? "Vielleicht in einem Wohnwagen am Rhein", sagt er. Und sie: "Vielleicht überfallen wir eine Bank." Schade, dass man es nicht mehr miterleben darf. In diesem Flussfilm (Regie: Bettina Blümner, Deutscher Filmpreis für "Pinzessinenbad", 2008) wäre sicher auch dafür noch genügend Platz gewesen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst