Der ZDF-Physikprofessor Harald Lesch setzt seine Forschungsreise über "Die Vermessung der Erde" fort. Im zweiten Teil führt sie ihn von der Entdeckung Amerikas bis in die Tiefen des Dschungels in Brasilien.

Seit hunderten von Jahren versucht der Mensch, sich auf der Erde zu orientieren. Dass dieses Vorhaben nicht immer gelang, zeigt das wohl berühmteste Beispiel des Christoph Kolumbus. Der italienische Seefahrer in Diensten der spanischen Krone traf am 12. Oktober 1492 in der Karibik auf Land. Und doch blieb die Entdeckung eines ganzen Kontinents Kolumbus' größter Irrtum. Bis zu seinem Tod im Mai 1506 beharrte er darauf, die Westroute nach Asien gefunden zu haben. Im zweiten Teil seiner Forschungsreise über "Die Vermessung der Erde" verweilt der ZDF-Physikprofessor Harald Lesch jedoch nur kurz in der Vergangenheit.

Die Entdeckung Amerikas gilt für ihn als Triebfeder dafür, dass eine bessere Orientierung und das Wissen um die schnellste Route mitunter enorme wirtschaftliche Vorteile bringen. Und das gilt bis in die Gegenwart. Im Film von Christopher Gerisch beispielsweise ist zu sehen, wie Satelliten das Wachstum und den Zustand von Nahrungspflanzen pausenlos überwachen. Auch bei der Ernte kommen sie zum Einsatz. Sie steuern via GPS-Daten auch die riesigen Erntemaschinen. Kein Zentimeter an wertvollem Ackerland soll ungenutzt bleiben. Das wäre kaum möglich, wenn die Wächter-Satelliten nicht derart exakte Daten liefern würden.

Dass moderne Messtechnik nicht nur für den Ertrag aus der Erde, sondern auch für deren Erhalt genutzt wird, zeigt Lesch an einem Beispiel in Brasilien. Im Rahmen des Atto-Projekts ragt mitten im Dschungel ein 325 Meter hoher Turm in die Höhe. Die Turmspitze ist vollgepackt mit Vermessungsgeräten. Mithilfe dieser Technik soll der Einfluss des Waldes auf das Weltklima bestimmt werden. Imposant sind auch die Bilder vom Grey-Gletscher. Er gehört zu den imposantesten Eisgiganten des Patagonischen Inlandeises. Im Rahmen moderner Klimaforschung wird er regelmäßig vermessen, um Daten für den globalen Klimawandel zu gewinnen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst