Die deutschen Städter ächzen: Zu viele Autos bei zu wenig Platz – das bringt die Metropolen an ihre Grenzen. Was kann dagegen unternommen nehmen, und wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Eine TV-Doku regt die Gedanken an ...

7.200 Kilometer lang ist die Reise von Stockholm nach Lissabon und wieder zurück. Ebenjene Distanz würden auch alle Autos aus Berlin ergeben, würde man sie aneinanderreihen. Eine doch irgendwie erschreckende Zahl, die deutlich macht: Eine Verkehrswende ist bitter nötig. Nicht nur nehmen Autos extrem viel Platz weg, auch die Schadstoff- und Lärmbelastung in Großstädten ist beträchtlich. Längst haben Mobilitätsforscher wie Prof. Stephan Rammler Alarm geschlagen: "Es wird immer enger in den europäischen Städten. Es gibt einfach zu viele Autos. So, wie die Städte gebaut halten sie das nicht mehr lange aus." Welche Innovationen für eine Entzerrung der Situation sorgen könnten, zeigt nun die Dokumentation "planet e. Auto adé – Wie es auch ohne geht", die am Sonntag, 14. April, 16.30 Uhr, im ZDF ausgestrahlt wird.

Ob in München, Berlin oder Hamburg – der Weg durch den Straßenverkehr ist längst zur nervenden Zerreißprobe geworden. Fahrbahnen sind zugeparkt, Busspuren werden missachtet, und Fahrradfahrer und Fußgänger müssen sich unterordnen. Dabei gibt es längst effiziente Möglichkeiten, die nach Ansicht von Experten schon in wenigen Jahren die urbane Mobilität revolutionieren könnten. Car-Sharing-Konzepte oder Shuttle-Services zeigen, dass die vermeintliche Abhängigkeit vom eigenen Auto oft gar keine ist. Ebenfalls als Lösung der Zukunft gelten Lastenfahrräder, mit denen Baustellen-Engpässe oder schmale Fahrspuren ohne großes Aufheben umfahren werden können.

Auch dem Bereich des autonomen Fahrens wird großes Potenzial zugeschrieben. Während auf einem Testgelände ein autonomer Shuttle-Bus für bis zu sechs Personen getestet wird, forscht man an der Universität Magdeburg am Prototypen eines autonomen Fahrrads.

Der halbstündige Beitrag von Filmemacher Julian Prahl macht deutlich, dass es nicht an Innovationen und Forschergeist fehlt. Viel eher scheint es am politischen Willen und Durchsetzungsvermögen zu scheitern, eine konsequente Verkehrswende zu vollziehen. Wie es gehen könnte, zeigt unterdessen die Weltmetropole Barcelona. Dort wurden bereits großflächig Straßen zu öffentlichen Bereichen mit Grünanlagen und verkehrsberuhigten Zonen umgewandelt. So will sich die spanische Millionenmetropole als fußgängerfreundliche Stadt etablieren.


Quelle: teleschau – der Mediendienst