Weil er gegen seine Bewährungsauflagen verstoßen hat, soll US-Rapper Meek Mill jahrelang hinter Gitter. Es formiert sich eine Solidaritätsbewegung. Die Amazon-Dokuserie "Free Meek" erzählt die Geschichte des Straßenkampfs für ein faireres Justizsystem.

Es war eine Lächerlichkeit, die Robert Rihmeek Williams, den 1987 in Philadelphia geborenen Rapper, hinter Gittern brachte. Eigentlich war es nur ein kleines Verkehrsdelikt – mit brutalen Folgen. Weil der afroamerikanische Musiker zuvor schon wegen kleinerer Delikte mit dem Gesetz in Konflikt geraten war, verurteilte ihn Richterin Genece Brinkley wegen Verstößen gegen seine Bewährungsauflagen zu einer extrem harten Gefängnisstrafe: mindestens zwei, im schlimmsten Fall sogar vier Jahre sollte der junge Mann, der sich Meek Mill nennt, weggesperrt werden.

Doch womit das Gericht nicht gerechnet hatte: Mit Meek solidarisierten sich unzählige Fans und einflussreiche Fürsprecher aus der HipHop-Szene wie Jay-Z und Rick Ross. Die sehenswerte neue Amazon-Dokuserie "Free Meek" erzählt die Geschichte dieser Bewegung, des Straßenkampfs für ein faireres US-Justizsystem, in fünf Episoden. Erstmalig ausgestrahlt werden sie beim Streaming-Dienst Amazon Prime ab Freitag, 9. August – in der amerikanischen Originalversion, zu der man wahlweise Untertitel zuschalten kann.

Während Meek, seine Familie und Freunde, aber auch seine Anwälte und Unterstützer für seine Freilassung eintreten, formiert sich unter dem schnell weit verbreiteten Hashtag "#Freemeek" eine Protestbewegung, die gegen die Ungleichbehandlung von weißen und schwarzen Amerikanern in die Öffentlichkeit drängt. Tatsächlich erhalten Afro-Amerikaner, die die Mehrheit der Insassen in den überfüllten US-amerikanischen Strafanstalten darstellen, in der Regel weitaus härtere Strafen aufgebrummt. Unter dem Druck der Straße wurde der Prozess gegen Meek Mills letztlich wieder aufgerollt. Im April 2018 wurde er gegen Kaution freigelassen.

Die Dokuserie, die sich in vielen Einzelgesprächen für eine Reform des Justizwesens in den Vereinigten Staaten stark macht, reiht sich in eine moderne Tradition beachtlicher Real-Life-Dramaproduktionen ein, die derzeit in den US-Streaming-Diensten Furore machen. Bei Netflix startete zuletzt mit "When They See Us" als flammenden Appell gegen den teilweise unverholen offenen Rassismus der Polizisten und Strafermittler in den USA.


Quelle: teleschau – der Mediendienst