Harald Schmidt hat in einem FAZ-Interview zu scharfer Kritik gegen das deutsche Fernsehen ausgeholt. Der Rundfunkbeitrag mache bequem, so der 61-Jährige.

Der Grandseigneur der deutschen Late Night hat wieder zugeschlagen. Dabei zeichnet Harald Schmidt nicht nur verantwortlich für die SWR-Satire "Labaule & Erben", die ab 22. Januar immer donnerstags das Zeitungsverlegermilieu persifliert. Auch stimmte der 61-Jährige jüngst gewohnt kritische Töne gegenüber dem hiesigen TV an. Im Interview mit der FAZ offenbarte der Moderator, dass er das deutsche Fernsehen nur noch schaue, um sich aufzuregen.

Besonders der Rundfunkbeitrag mache gemütlich, verlautete Schmidt im Gespräch: "In Amerika sitzt jede Nebenrolle. Wenn es aber 7 Mrd. reinregnet, ohne dass ich mich bewegen muss, dann heißt es halt bei jeder Anforderung: 'Oh, ich weiß net, ob isch des gegreenlightet bekomme. Mir sind ja auch alle im Weihnachtsstress.'"

Auch die Medienbranche bekommt ihr Fett weg: Klassischer Journalismus werde dem "Traumschiff"-Star zufolge "heute für Leute gemacht, die entweder selbst Journalisten sind oder die damit aufgewachsen sind, dass man montags den 'Spiegel' kauft, donnerstags die 'Zeit' und eine Tageszeitung abonniert hat." Schmidt stellt klar: "In meinem Umfeld liest niemand mehr Zeitung. Punkt."

Sich selbst beobachte er dabei, "dass ich sechs Interviews pro Woche gebe, in denen ich sage, dass ich mich aus den Medien zurückgezogen habe", so der einstige Gastgeber der "Harald-Schmidt-Show" selbstironisch.


Quelle: teleschau – der Mediendienst