Im Fernsehen ist Jürgen von der Lippe nur noch selten zu sehen. Und das hat Gründe. Denn der Comedian lässt kein gutes Haar an der deutschen TV-Landschaft.

Political Correctness sei "eine der großen Geißeln unserer Tage", verkündet Jürgen von der Lippe gegenüber "Bild am Sonntag". Denn über einige Dinge könne der Comedian, wie er in dem Interview erklärte, heute keine Witze mehr machen.

Die Kleinlichkeit beim "Gendersprech" sei das eine: sie grenze seiner Meinung nach "an den Bereich der Kriminalität", so ließ sich der Entertainer weiter zitieren. "Bücher wie Astrid Lindgrens 'Pippi Langstrumpf', aus dem wir den Negerhäuptling rauspulen sollen," so von der Lippe seien das andere. "Dann müssen wir auch an die Bibel ran." Von der "BamS" damit konfrontiert, dass er keine Witze über den Islam mache, antwortete der 70-Jährige: "Da bin ich nicht genug eingelesen." Aber, so von der Lippe, "selbst, wenn ich das wäre, würde ich mich wohl nicht trauen. Da ist mir mein Leben wichtiger als ein guter Gag."

Jürgen von der Lippe moderiert kaum mehr große TV-Shows und ist stattdessen mit seinem Bühnenprogramm unterwegs. "Ich ertrage diese Mechanismen nicht mehr", sagte er der "BamS". "Ich bin gern in einer Sendung zu Gast und bemitleide die Leute, die den Laden am Laufen halten müssen. Ich habe noch die goldenen Zeiten erlebt. Da gab es keine Fernsehdirektoren, irgendwelche Bereichsleiter und all diese Pöstchen. Und dann wird uns immer erzählt, dass es kein Geld fürs Programm gibt. Na klar, weil es zu viele Idioten gibt, die das Programm verhindern."

Hoffnung für das Fernsehen sieht er aber zumindest in personeller Sicht sehr wohl: "Daniel Hartwich zum Beispiel. Er ist gut. Nur was er da machen muss, ist alles nicht schön." Hartwich ist ab Freitag, 11. Januar, wieder als Moderator von "Ich bin ein Star – Holt mich hier raus" bei RTL zu sehen. Jürgen von der Lippe fiebert sicherlich der am selben Tag anstehenden Veröffentlichung seines ersten Romans entgegen. Titel: "Nudel im Wind".


Quelle: teleschau – der Mediendienst