Er war 25, sie acht Jahre älter und hatte sechs Kinder. Inzwischen hat das "unmögliche Paar" 45 Ehejahre hinter sich. Ein Doppelporträt aus der Reihe "Lebenslinien" des BR.

Es war nicht Liebe auf den ersten Blick. Das Urteil der acht Jahre älteren Stadträtin und verheirateten Mutter von sechs Kindern über den Berichterstatter von der SZ war vernichtend: "Der schaut aber bescheuert aus." Außerdem konnte der Juso Christian Ude "immer nur mit einem Mundwinkel lachen". Doch fünf Jahre später, demnach 1973, war es um Edith Welser geschehen. Ude kam als Robespierre, sie als Opfer der französischen Revolution zum Schwabinger Faschingsball. Der Heiratsantrag des späteren OB (21 Jahre lang, ab 1993) erfolgte prompt – nicht ohne Edith Welser bei einem Teller Spaghetti von ihrem aktuellen Ehemann loszueisen. "Die Udes – ein unmögliches Paar", das "Lebenslinien"-Doppelporträt von Matti Bauer, erzählt sehr unterhaltsam das Leben des Ex-OB und Edith Welser-Udes nach.

Schon in der Grundschule beschloss Christian Ude, Münchner OB zu werden. Vater Karl, SZ-Lokalreporter, hatte ihn als Kind zu spannenden Terminen bei Thomas Wimmer mitgenommen. Edith Welser verbrachte ihre Kindheit in Berlin unter Bomben. Der Vater war Marineoffizier im Kriegsministerium, die Mutter stammte aus einer Industriellenfamilie. Udes Vater war Rheinländer, die Mutter französische Schweizerin.

Die Eltern waren "unglaublich liberal", sagt Ude im Film, bei jedem Mittagessen wurde emsig, aber fair gestritten. Die "bilinguale Erziehung" hat Ude verweigert – und sich dann ein Leben lang darüber geärgert. Edith erwartet mit 18 Jahren Zwillinge schon vor dem Abitur im Internat, sie hält die Schwangerschaft damals geheim. Sie bekommt Zwillingstöchter, eines der beiden Kinder fotografiert sie heute in der Schwabinger Wohnung. Zwillinge gab's hinterher noch mal. Heute: Besuche in früheren Schwabinger Wohnung, Spekulationsobjekte allerorten in der Nachbarschaft.

Eine der Töchter sagt über die Udes: Sie sind ein eigener Kosmos, in den man nicht so leicht eindringen könne. Die Niederlage als Spitzenkandidat beim Landtagswahlkampf 2013 traf Ude schwer. Über die Anfänge der Beziehung – ein 25-jähriger Jurastudent und eine Mutter mit sechs Kindern – habe er damals überhaupt nicht nachgedacht, sagt Ude lachend, "sonst wäre es ja auch nicht gegangen".


Quelle: teleschau – der Mediendienst