Sie ermitteln seit 2011 am Vorabend im Ersten – und das höchst erfolgreich: "Hubert und Staller" finden Woche für Woche neue Leichen an den absurdesten Tatorten und bringen im an und für sich sehr idyllischen Fünfseenland die Übeltäter im Akkord hinter Gitter. Gerade haben die oberbayerischen Chaos-Cops mit der unschlagbaren Fangquote die siebte Staffel hinter sich gebracht – diesmal auch mit einem Einschaltquotenrekord. Die 16 neuen Folgen, die seit Oktober immer mittwochs, 18.50 Uhr, ausgestrahlt wurden, stellten mit durchschnittlich 2,63 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von 10,1 Prozent alle bisherigen Durchläufe in den Schatten. Die Episode "Überfall postum" erreichte am 24. Januar mit 3,07 Millionen Zuschauern (11,7 Prozent Marktanteil) die höchste je für "Hubert und Staller" gemessene Sehbeteiligung, teilte die ARD nun zum erfolgreich absolvierten Staffelfinale mit. Doch wie geht es weiter? Die Serie verliert eine Galionsfigur und einen echten Publikumsliebling und steht vor einem Umbruch, den ein solches Format nur schwerlich verkraften kann.

Die schöne Brauereichefin, die tot in ihrer Sudpfanne gefunden wird, ein berühmter Krimiautor, der sich ausgerechnet im Wolfratshausener Revier für seine legendäre Reihe "Der Seebulle" um einen abgefuckten Kriminaler inspirieren lassen will, ein Volks-Rock-Star, der schon jede Frau in der näheren Umgebung flachgelegt hat, und ein Braumeister, der kaum noch gerade stehen kann, weil er tagtäglich sein eigenes Bier verkosten muss: Wer am Mittwochabend "Weiblich, böse, tot", die wieder einmal ziemlich verrückte Abschlussfolge, der siebten "Hubert und Staller"-Staffel mitverfolgt hat, wird sich die Frage, warum dieser Seriendauerbrenner immer erfolgreicher wurde, vermutlich nicht mehr stellen. Die sympathischen Geschichten sind immer noch mit viel Liebe erzählt, sie haben nach wie vor Witz, Charme und jede Menge Lokalkolorit: "Hubert und Staller", die im vergangenen November zum 100. Mal ermittelten, sind aus dem Vorabendportfolio der ARD eigentlich gar nicht mehr wegzudenken.

Hauptdarsteller Helmfried von Lüttichau hört auf

Deshalb gibt es an den kommenden Mittwochabenden auch ein Wiedersehen mit sechs Folgen der fünften Staffel (Folgen 77 bis 82). Doch richtig spannend wird es erst nach diesen Wiederholungen: "Ab Mai verabschiedet sich die Serie vorerst von den Zuschauern und macht eine kreative Pause", heißt es in einer Mitteilung der ARD. Und Fans wissen Bescheid: Hauptdarsteller Helmfried von Lüttichau, der mit dem treuherzigen Streifenpolizisten Johannes Staller, der sich mit geradezu kindlicher Begeisterung in seinen Alltag stürzt, den wahrscheinlich sympathischsten Kriminaler der deutschen TV-Geschichte geschaffen hat, hört auf. Die ARD ließ bereits wissen, dass es eine achte Staffel mit Christian Tramitz als Franz Hubert geben wird. Doch die treuen Zuschauer fragen sich natürlich, wie das gehen soll. Hubsi ohne Staller, das kongeniale Duo gesprengt! – Man möchte nicht in der Haut der Autoren stecken.

Die ARD sowie die Produktionsfirmen Tele München und Entertainment Factor ließen bislang offen, ob ein neuer Hauptdarsteller kommt oder ob an der Gewichtung des verbleibenden Figurenkabinetts gedreht wird. Steigt der einfältige Polizeimeister Martin Riedl (Paul Sedlmeir) auf? Kümmert sich der eitle Polizeirat Girwidz (Michael Brandner) endlich selbst mal um die Ermittlungen (er hat gerade in der letzten Folge angedeutet, was für eine coole Kommissarssocke er sein könnte)? Avanciert Hannes Ringlstetter alias "Ich mach alles!"-Yazid etwa zu einer Art Starnberger-See-Wilsberg? Oder kommt in Wolfratshausen demnächst die Frauenquote zum Tragen und Lena Winter (Klara Deutschmann), die zuletzt das Revier in Abwesenheit von Sonja Wirth (Annett Fleischer) auf überaus erfrischende Art und Weise betreute, sitzt fortan neben dem ewigen Grantler Hubert am Steuer des weiß-grünen Polizei-Audis? Vielleicht kehrt ja sogar Monika Gruber als Lokalreporterin Barbara Hansen zurück? – Denkbar ist vieles, aber ohne Staller ist alles nur schwer vorstellbar.

Staffel 8 folgt ab Januar 2019

Die ARD verspricht in der aktuellen Mitteilung, dass es "voraussichtlich im Dezember" weitergehen wird. "Hubert und Staller" sollen dann – definitiv noch zu zweit – mit einem 90-Minüter um 20.15 Uhr ins Programm zurückkehren. "Und unmittelbar im Anschluss folgt ab Januar 2019 die achte Staffel zur gewohnten Sendezeit mittwochs, um 18.50 Uhr." Konkreter wird es noch nicht: "Mit dem bereits angekündigten Ausscheiden von Helmfried von Lüttichau aus der Serie wird sich dann einiges tun im Wolfratshausener Revier", heißt es lediglich." Viel Neues und Überraschendes wird zu erzählen sein – was, darüber werden wir rechtzeitig zum Start des Fernsehfilms ausführlich informieren."

Der "Süddeutschen Zeitung" verriet Helmfried von Lüttichau im November 2017: "Ich bin im letzten Jahr 60 geworden, und ich möchte in meinem Leben noch einmal etwas anderes machen – so eine Serie ist ja schon eine Form von Käfighaltung. Ich habe lange überlegt, weil ich 'Hubert und Staller' sieben Jahre mit viel Leidenschaft und Liebe gemacht habe, aber ich glaube, es ist die richtige Entscheidung für mich." Am letzten Drehtag, so Lüttichau, habe er "furchtbar geheult".


Quelle: teleschau – der Mediendienst