So kann man dem Aufstieg der Streaminganbieter auch begegnen: Wo Netflix, Amazon und Co. die freie Aus- und Zeitwahl beim Film- und Serienschauen hervorheben, dreht Tele 5 jenes Argument einfach um. "Menschen wollen nicht stundenlang in Streamingdiensten suchen, worauf sie Lust haben", behauptet Kai Blasberg, der Chef des Münchner Privatsenders. Die neue Offensive wirbt für "kuratiertes Fernsehen" und fordert: "Schluss mit der verFLIXten Suche nach guten Filmen!" Perfekt dafür seien die so genannten "Sub-Brands", mit denen Tele 5 seine Filme "bündeln und mit einem klaren Versprechen versehen" will. Für die neue Reihe über Skandal-Filme konnte man gar niemand Geringeren als Regisseur Oskar Roehler gewinnen.

"Tele 5 kuratiert sein Programm und gibt den Zuschauern das, was sie suchen: entspannt richtig gute Filme genießen": Selbstbewusst stellt der Münchner Sender sich den wachsenden Online-Angeboten entgegen. "Wie eine gute Ausstellung mit Liebe und Hinwendung zusammengestellt – kuratiert – wird, so stellen wir Abend für Abend aus den 1.000 Filmen, die wir im Jahr zeigen, verlässliches Programm zusammen", lässt sich Blasberg zitieren – und schiebt hinterher: "Das macht bei den Privatsendern heute keiner mehr. Wir schon, weil wir es lieben und weil wir es können."

Zurücklehnen und berieseln lassen – nur mit Anspruch und guter Auswahl: Kann diese Werbestrategie funktionieren? Wenn man wie Tele 5 die passenden Promis gewinnen kann, vielleicht schon: Für die "Sub-Brand" "SKANDAL – Filme, die Geschichte schrieben" konnte der Sender den polarisierenden deutschen Regisseur Oskar Roehler ("Elementarteilchen"), der selbst so manchen "Skandal"-Film schuf, zuletzt etwa das groteske Berlin-Werk "Tod den Hippies – Es lebe der Punk!".

Ab Dienstag, den 24. April, kündigt Oskar Roehler jeden Film der Reihe an, beginnend mit "Reservoir Dogs" (22.10 Uhr). Es folgt "Natural Born Killers" am Sonntag, den 1.5. (00.10 Uhr); ebenfalls in der Skandalreihe ausgestrahlt werden sollen unter anderem "Peeping Tom - Augen der Angst", "Jud Süß" und "Das große Fressen". Als Testimonial erklärt der Kultregisseur, warum jedes der Werke zu seiner Zeit für einen Skandal sorgte: "Da braucht man nicht viel zu erklären. Einschalten genügt. Da ist immer was dabei."

"Ich bin beeindruckt, mit wieviel Herzblut 'Tele 5' seine Filme einordnet und einen tiefgründigen Rahmen schafft, der vermittelt, warum sich der Sender für einen Film entschieden hat und diesen empfiehlt", wird Roehler weiter zitiert. Eine weitere neue "Brand" des Senders, der mit diesem Konzept in der Reihe "SchleFaZ – Die schlechtesten Filme aller Zeiten" bereits Erfolge feierte, läuft seit 20. März: "D-Movies – die besten deutschen Filme aller Zeiten" zeigt unter anderem Werke wie "Funny Games" (Dienstag, 27.3., 23 Uhr) und "Bang Boom Bang - Ein todsicheres Ding" (Dienstag, 3.4., 20.15 Uhr)

Passend zum Fokus auf ausgewählte Filme zeigt Tele 5 zudem am Dienstag, 10.4., 00.15 Uhr, mit der Doku "Auge in Auge – eine deutsche Filmgeschichte" einen poetischen Blick auf den deutschen Film. Alles in allem, so schließt Tele-5-Chef Kai Blasberg, wolle man ein "Herzstück der Marke" wiederbeleben: "Wir lieben Kino' sagt unverwechselbar und ohne Interpretationsspielraum, was uns antreibt."


Quelle: teleschau – der Mediendienst