Ein tragischer Tod überschattet die britische Fernsehlandschaft: Nach dem mutmaßlichen Suizid eines Gastes der Talksendung "Jeremy Kyle Show" hat der Sender ITV das Format abgesetzt.

"Angesichts der Schwere der jüngsten Ereignisse haben wir beschlossen, die Produktion der 'Jeremy Kyle Show' einzustellen", teilte Sender-CEO Carolyn McCall mit. Der Mann hatte sich in der Woche nach den Dreharbeiten vermutlich das Leben genommen.

In der auf Konfrontation angelegten Talkshow hatte sich der 63-Jährige einem Lügendetektor-Test unterzogen, um seine Verlobte davon zu überzeugen, dass er ihr nicht untreu war. Nachdem er den Test nicht bestanden hatte, soll sie sich von ihm getrennt haben, hieß es in einem Bericht von ITV.

Darin kommt auch seine damalige Verlobte zu Wort: "Wir haben uns am Weihnachtstag 2017 verlobt. Er weinte, die Liebe war echt. Er war der großzügigste und liebevollste Mensch." Weiter sagte sie dem Sender: "Er hat mich betrogen, ich weiß, dass er es getan hat. Ich kann ihm nicht verzeihen, aber ich will nur, dass er am Leben ist." Sie verteidigte den Umgang des Teams der Show mit dem Fall: "Sie waren brillant. Sie waren da, als er Hilfe brauchte. Sie waren wirklich hartnäckig dabei, ihm Hilfe anzubieten."

Dennoch sei "jetzt der richtige Zeitpunkt für das Ende der Show", so CEO McCall zur Absetzung der Sendung nach 14 Jahren. Auf den Fall, der in der britischen Öffentlichkeit für enormes Aufsehen sorgt, reagierte selbst Theresa Mays offizieller Sprecher: "Rundfunkanstalten und Produktionsfirmen tragen eine Verantwortung für die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden der Teilnehmer und Zuschauer ihrer Sendungen", teilte er mit.


Quelle: teleschau – der Mediendienst