Vor dem Finale von "Game of Thrones" hagelt es Kritik. Viele Fans der Serie zeigen sich vor allem über Folge 5 "Die Glocken" enttäuscht. Die Drehbuch-Autoren trifft die Kritik besonders hart.

Achtung Spoiler!

Wird es am Ende überhaupt einen Gewinner geben beim Kampf um den Eisernen Thron? Wenn man auf die Geschehnisse der vorletzten Folge der achten und damit letzten Staffel "Game of Thrones" blickt, sieht es kaum danach aus. Nicht nur die Ereignisse selbst ließen die Fans geschockt zurück – vor allem die Entwicklung der Charaktere sorgte bei vielen Zuschauern für Unmut.

Bereits in der dritten Folge, "Die lange Nacht", hatten Fans der Serie Sorge, von vielen der Hauptcharaktere Abschied nehmen zu müssen, stand doch die Schlacht gegen die Armee der Untoten und den Nachtkönig bevor. Und auch wenn sowohl Theon Graufreud und Jorah Mormont heldenhaft ihr Leben ließen, so überstanden doch viele Fanlieblinge den Kampf unbeschadet.

In "Die Glocken" nun nimmt Daenerys nach dem Tod von Missandei Cersei ins Visier – und mit ihr die gesamte Stadt Königsmund und ihre Einwohner. Während Tyrion noch versucht, mithilfe seines Bruders Jamie, Cersei zum Aufgeben zu bewegen und damit Millionen Menschen das Leben zu retten, hat Daenerys (und auch Grauer Wurm) wohl nur eines im Sinn: Zerstörung. Die nimmt auch dann ihren Lauf, als bereits die Glocken signalisieren, dass sich Cerseis Armee ergeben wird. Schon lange sah man als Zuschauer der Serie nicht mehr solch dramatische Bilder sterbender Menschen – viele von ihnen Opfer des Feuers.

Arya befindet sich inzwischen ebenfalls in Könisgmund, um endlich Cersei von ihrer Todesliste streichen zu können. Ihr Kampf ums Überleben in den Gassen der Stadt, zwischen verzweifelten Bewohnern, vor allem auch Kindern, nimmt einem schon zeitweise den Atem – wir auch ihr, wenn sie sich immer wieder aus dem Staub der zerstörten Gebäude erhebt.

Bei Fans in aller Welt rief die fünfte Folge gemischte Reaktionen hervor. Viele machen den Autoren der Serie Vorwürfe, sprechen von der Episode als "Müll". Unter einem Bild der Showrunner David Benioff und D.B. Weiss schrieb ein Twitter-User: "Die wirklichen Bösewichte der achten Staffel".

Entwicklung von Daenerys stößt vielen böse auf

Außerdem störte die Fans die rasche Entwicklung von Daenerys Targaryen hin zur "Mad Queen", also irren Königin. Dass sie trotz des bereits feststehenden Sieges gegen Cersei Tausende unschuldige Menschen umbringt, rasend vor Wut, war für viele Zuschauer nicht nachvollziehbar. "Die, die ich gesehen habe, war nicht meine Dany. Das war nicht der Charakter, in den ich mich verliebt habe und der im Lauf von sechs Staffeln eine wunderschöne Entwicklung durchgemacht hat", schreibt ein Twitter-User enttäuscht. Die Autoren hätten sie umgebracht – ohne sie tatsächlich physisch zu ermorden.

In dieselbe Kerbe schlagen viele weitere Fans mit ihrer Kritik. Die gute Charakterentwicklung vieler Protagonisten sei nach zehn Jahren einfach "aus dem Fenster geworfen" worden. Das schließe auch den Tod einiger Hauptcharaktere ein: "Die ganze Zeit war Cersei eine böse Schlampe, und nun stirbt sie durch ein paar Steine", beschwert sich ein weiterer User auf Twitter.

Doch nicht jeder sah die Episode so kritisch, auch wenn die Kritik deutlich überwiegt.

Man darf gespannt sein, was sich die Autoren für das große Finale am kommenden Sonntag ausgedacht haben, und hoffen, dass eine der beliebtesten und erfolgreichsten Serien überhaupt zu einem zufriedenstellenden Ende für alle Zuschauer bringen werden.


Quelle: teleschau – der Mediendienst