Alles deutet auf die ungewöhnlichste "Tatort"-Produktion aller Zeiten hin: In Siegburg drehte eine hochkarätige Darsteller-Riege zwei Tage ohne festes Drehbuch. Auf das Ergebnis dürfen sich Krimi-Fans am Neujahrsabend 2020 freuen.

Nur zwei Drehtage, kein festes Drehbuch, dafür Schauspielstars en masse. Was der WDR nun in einer Drehmeldung publik machte, deutet auf die vermutlich ungewöhnlichste "Tatort"-Produktion aller Zeiten hin. Schlicht "Gut und böse" ist die Folge betitelt, die am 9. und 10. Mai in Siegburg bei Bonn unter strenger Geheimhaltung gedreht wurde. Inzwischen ist klar: Das "Tatort"-Publikum darf sich auf ein Krimi-Erlebnis der besonderen Art gefasst machen. Dafür bürgt bereits der Name des Regisseurs.

Jan Georg Schütte drehte fürs Erste zuletzt eine Reihe teils preisgekrönter Impro-Komödien wie "Altersglühen – Speed Dating für Senioren" (2014), "Wellness für Paare" (2016) und "Klassentreffen" (2019). Improvisieren mussten nun auch die Stars seiner ersten "Tatort"-Arbeit. Anna Schudt und Jörg Hartmann spielen die aus dem Dortmunder "Tatort" bekannten Kommissare, Friederike Kempter kennen die Fans des Sonntagskrimis aus dem Münsteraner Revier. Friedrich Mücke erlebt eine Art "Tatort"-Comeback, 2014 schmiss er als Erfurter Kommissar nach kurzer Dienstzeit hin. Hier ist er wieder mit von der Partie.

Hinzu kommen mit Nicholas Ofczareck ("Der Pass"), Bjarne Mädel ("Der Tatortreiniger") Jörg Ratjen, Elena Uhlig, Ben Becker und dem Rostocker "Polizeiruf 110"-Kommissar Charly Hübner eine Riege weiterer hochkarätiger Schauspieler. Sie alle sollen als Teil einer Krisen-Task-Force eine Mordserie beenden, der bereits vier Polizeibeamte zum Opfer gefallen sind.

24 bemannte sowie zwölf unbemannte Kameras waren laut WDR während der zwei Drehtage im Einsatz. 212 Stunden Filmmaterial, das in sieben Stunden improvisierten Dreharbeiten entstanden ist, müssen nun gesichtet und zu einem 90-minütigen TV-Krimi verdichtet werden. Viel Arbeit bis zum Neujahrsabend 2020. Dann soll der "Tatort: Gut und böse" im Ersten ausgestrahlt werden.


Quelle: teleschau – der Mediendienst