Nach "Erbarmen" ist "Schändung" (2014) die zweite Verfilmung eines Kriminalromans von Jussi Adler-Olsen. Diesmal bekommt es Kommissar Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) mit einem geschundenen Racheengel und den feinsten Kreisen der dänischen Gesellschaft zu tun.

Allein in Deuschland haben sich die Kriminalromane des Dänen Jussi Adler-Olsen bislang weit über fünf Millionen Mal verkauft. Auch im Rest der Welt läuft es gut, eine Filmreihe war nur eine Frage der Zeit. Nach "Erbarmen" war "Schändung – Die Fasenentöter" (2014) das zweite Filmabenteuer des übellaunigen Kommissars Carl Mørck (Nikolaj Lie Kaas) und seines lebensfrohen Assistenten Assad (Fares Fares). Diesmal geht es um einen 20 Jahre alten Doppelmord im Umfeld eines sündhaft teuren Elite-Internats. Wer auf düstere skandinavische Krimikost steht, kommt bei dieser Wiederholung im ZDF in Sachen Handlung samt expliziter Brutalität auf seine Kosten. Trotz der überzeugenden Schauspieler muss man jedoch auch konstatieren: Ein wenig konstruiert wirkt der hanebüchen böse Plot schon.

In "Schändung" bekommen es Mørck und Assad mit einem 1994 im Umfeld eines Nobelinternats stattgefundenen Mord an zwei Geschwistern zu tun. Obwohl man eine brutale Clique von Schülern im Verdacht hatte, die schon früh ihre eigenen Vorstellungen einer streng darwinistischen Gesellschaft in die Tat umsetzte, konnte man den Verdächtigen damals nichts nachweisen. Auch weil ein anderer schließlich die Tat gestand. In den Archiven stoßen die Dänenermittler jedoch auf eine mysteriöse, vergessene Tatzeugin (stark: Danica Curcic), die seit 20 Jahren auf der Flucht ist. Die Häscher von einst bekleiden mittlerweile natürlich herausragende Positionen in der dänischen Gesellschaft. Können die Kellermänner aus Kopenhagen ihnen das Handwerk legen?

"Schändung" ist kein Krimi für Freunde des Täterratens, dazu wird in Rückblenden schon sehr früh einiges verraten. Er ist auch nichts für zart besaitete Kinogänger, wie nicht anders zu erwarten. Das Klischee des blutig-düsteren Skandinavienkrimis wird hier ebenso breitgetreten wie die spätestens seit Henning Mankell und Stieg Larsson doch ein wenig ermüdende Gesellschaftskritik an einem System, das im Vergleich mit vielen anderen Orten dieser Welt unter dem Strich doch recht gut funktioniert.

Die schauspielerischen Leistungen sind solide, und auch Regisseur Mikkel Nørgaard, der bereits den ersten Teil verfilmte und Stammkraft der fantastischen Polit-Serie "Borgen" ist, leistet sich keine groben handwerklichen Schnitzer. Dennoch vermisst man wie im Debütfilm "Erbarmen", der immerhin die geniale Plotidee der verwahrlosenden Gefangenen im Drucktank ziemlich beklemmend umsetzte, ein wenig die Subtilität der Buchvorlage. Diese besteht vor allem darin, wie Carl Mørck seine Welt sieht und dieser philosophierende Gedanken-Shitstorm lässt sich im Film nun mal schwer umsetzen.

Bereits am Montag, 11. Februar, 22.15 Uhr, zeigt das ZDF noch einmal den dritten Film der Adler-Olsen-Reihe. In "Erlösung" bekommen es die Männer vom Dezernat Q mit einem Serienkiller zu tun, der Geschwisterpaare aus streng religiösen Familien entführt und Lösegeld fordert. Gedreht wurden weite Teile von "Erlösung" wie bei Teil eins und zwei in Schleswig-Holstein.


Quelle: teleschau – der Mediendienst