Testosteron ist das wichtigste männliche Sexualhormon. Doch macht zuviel davon wirklich aggressiv? Renommierte Forscher sehen das anders, wie eine ARTE-Doku zeigt.

Das in den Hoden gebildete Androgen Testosteron steht für die Gesundheit des Mannes und für seine sexuelle Lust. Zudem soll es für ein möglichst langes Leben sorgen. Doch dieser vermeintliche Turbo hat auch seine Ladefehler, wie nicht nur Wissenschaftler wissen.

Ein Nachteil: Zu viel Testosteron im Blut soll den eigentlich harmlosen Mann in ein "Tier" verwandeln. Es heißt, Testosteron mache den Mann trieb- und aggressionsgesteuert. Zudem sorge der "Männerstoff", wie die sehr nüchtern gehaltene ARTE-Wissenschaftsdokumentation von Regisseurin Kirsten Esch im Untertitel heißt, für eine erhöhte Risikobereitschaft und ausgeprägten Egoismus.

Doch trifft dies wirklich zu? International renommierte Forscher wie der Franzose Jean-Claude Dreher vom Nationalen Zentrum für Wissenschaftsforschung in Lyon widersprechen. Der Neurowisschenschaftler meint, dass Testosteron eben nicht aggressiv mache. Im Gegenteil: Es lasse Männer strategisch handeln. Mit Laborversuchen untermauert Dreyer seine Behauptung. Er ist sich sogar ganz sicher: "Wer mehr Testosteron im Körper trägt, behandelt andere freundlicher, um seinen eigenen Status zu stärken."


Quelle: teleschau – der Mediendienst