Corona-Krise

Lauterbach bei Lanz: Früher Lockdown würde bis zu 7000 Leben retten

Fast 30.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag – die neuesten Zahlen sind erschreckend. Nach Ansicht von Karl Lauterbach könnte schnelles Handeln jetzt tausende von Leben retten.

Am Donnerstag veröffentlichte das RKI eine Rekordzahl an Corona-Neuinfektionen, am Freitag wurde diese erneut übertroffen. Rufe nach einem zeitnahen, harten Lockdown werden immer lauter. Bei "Markus Lanz" am Donnerstag stellte Gesundheitsexperte und Talkshow-Stammgast Karl Lauterbach klar, dass man mit selbst mit einem harten Lockdown von Weihnachten bis zum 10. Januar nicht die gewünschten Ziele erreichen wird. Die jetzige Zahl der Neuinfektionen "kriegt man nicht in zweieinhalb Wochen wieder runter", so der SPD-Politiker. "Ich würde von der Illusion Abstand nehmen."

Dies sei bei aktuell 40.000 Fällen am Tag – er rechnete die Dunkelziffer ein – ausgeschlossen. Lauterbach sieht nur zwei Möglichkeiten: Entweder der harte Lockdown wird vorgezogen oder über den 10. Januar hinaus verlängert. Für den 57-Jährigen stellte die Frage, welche Variante sinnvoller ist, überhaupt nicht. "Ich fände das Vorziehen deutlich besser. Und zwar einfach, weil da weniger Menschen sterben." Wenn man sich für den früheren Lockdown entscheide, würde das "konservativ" gerechnet "5.000 bis 7.000 Menschenleben retten", schätzte der Mediziner.

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Lauterbach sprach zudem konkrete Empfehlungen aus: "Wir schließen die Geschäfte bis auf das Notwendigste und wir reduzieren an Weihnachten auf fünf Personen." Zudem würde er den Außenverkauf von Alkohol und Essen verbieten und die Ferien um eine Woche vorziehen. Wenn es nach ihm ginge, würden diese Maßnahmen bereits in der kommenden Woche starten, denn: "Die Leute, die an Weihnachten schwer erkranken oder möglicherweise sterben, die infizieren sich in diesen Tagen". Allerdings sind Lauterbach die Probleme, die damit einhergehen, ebenfalls bewusst. "Ich weiß wie extrem enttäuschend das für viele ist, die jetzt Pläne machen". Deshalb seien seine Ideen möglicherweise nicht umsetzbar.

Dann präsentierte Gastgeber Markus Lanz noch eine Grafik, in der die Infektionskurven der ersten und zweiten Corona-Welle übereinandergelegt wurden. Für Karl Lauterbach zeigten sich klare Parallelen zur verheerenden Spanischen Grippe, viele Epidemiologen hätten die ähnlich verlaufende Entwicklung auch prophezeit: "Die zweite Welle ist bei so einer Pandemie, bei der wir keine Grundimmunität haben, immer schwerer als die erste Welle." Lauterbachs Prognose fiel düster aus: In dieser zweiten Welle müsse man bis etwa April mit deutlich mehr Todesfällen rechnen, als die erste Welle im Frühjahr einforderte.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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