Nach gut 30 Jahren TV-Abstinenz kommentiert Satirepuppe Karlchen wieder das Weltgeschehen. Nun lästert Karlchen im Internet. Heute wie damals kommen Stimme und Dialoge von Björn Hergen Schimpf – auf Youtube und dem Webvideo-Portal Massengeschmack-TV.

Herr Schimpf, lange nichts mehr von Ihnen gehört. Was machen Sie so?

Mit 75 bin ich Rentner, schaue auf die Elbe und pflege meine drei Hektar Land. Hin und wieder bin ich für Sonnenklar.TV auf Reisen. Aber ich habe weder Internet noch Netflix. Ich weiß gerade mal, wie man das schreibt.

"Ist doch schön, dass ein abgehalfterter RTL-Typ einen Job bekommt", hat Ihr Sidekick "Dörthe" zur Premiere von Karlchen gesagt ...

Dörthe war meine Idee, kommt aus dem Baumarkt und ist die künstliche Intelligenz an meiner Seite. Ein mit 250 Gramm Algorithmen gefüllter Espressokocher, der "Alexa" meilenweit voraus ist, übrigens auch optisch.

Was zeichnet Karlchen aus, gealtert ist er offenbar nicht?

Karlchen kann alles und weiß alles. Er ist als Alien auf die Erde gekommen, hat die Dinos wie den Neandertaler überlebt und auch das Rad und das Feuer erfunden. Er ist frech, besserwisserisch und opportunistisch. Und er ist immer scharf auf die Mädels. Kommt ihm aber eine zu nahe, wird er ohnmächtig.

Bei welchen Sendungen schalten Sie privat ein?

Bei Formel 1 auf RTL und bei "RTL aktuell" – um zu sehen, ob Ulrike von der Groeben immer noch so hübsch ist. Ferner "Die Anstalt" und die "heute show" im ZDF und alles mit Oliver Kalkofe sowie Sebastian Pufpaff. Das ist herzerfrischend böse. Um aktuell im Tagesgeschehen zu bleiben auch "Phönix vor Ort", wenn mich nicht die Motorsäge in den Garten ruft.