Auch im zweiten Teil der Rache-Odyssee erweist sich Quentin Tarantino als profunder Filmkenner. Das ist dann aber auch schon fast alles.

Heute muss der zweifache Oscar-Preisträger Quentin Tarantino nicht mehr beweisen, dass er ein außergewöhnlicher Regisseur ist. Doch das war nicht immer so. Zu wenig Kampfszenen, zu wenig Handlung, zu viel Dialog, wurde über den zweiten Teil von seinem Racheepos "Kill Bill – Volume 2" (2004) gemurrt. Irgendwie fehlte dem Finale von Uma Thurmans mörderischer Mission der Pep. Kann man natürlich auch ganz anders sehen – VOX wiederholt den Streifen am späten Abend.

Immer noch ist "Die Braut" (Uma Thurman), die gleich im Vorspann fast beiläufig als Beatrix Kiddo vorgestellt wird, auf einem Feldzug gegen die dunklen Schatten ihrer Vergangenheit. Nachdem sie im ersten Teil mit Vernita Green (Vivica A. Fox) und O-Ren Ishii (Lucy Liu) bereits zwei Intimfeinde aus dem Weg geräumt hatte, gilt es nun, die restlichen drei Namen auf ihrer persönlichen Todesliste abzuarbeiten.

Im zweiten Teil hat Bill (David Carradine) erstmals seinen großen Auftritt, und Budd (Michael Madsen) hat nun als verschwitzter Loser, der als Rausschmeißer in einer schmierigen Table-Dance-Bar arbeitet, eine größere Rolle. Während der erste Teil (2003) mit seinen perfekten Kampfchoreografien überzeugt, wird hier vor allem geredet. Das Gesamtwerk "Kill Bill" erweist sich schließlich als Form ohne Inhalt, als – zugegeben – kunstvoll drapierte Hülle, die kaschieren soll, dass es sich nicht so sehr um einen Film, sondern in erster Linie um eine Nummernrevue ohne dramatisches Zentrum handelt.

Am 15. August 2019 startete Quentin Tarantinos "Once Upon a Time ... in Hollywood", bei dem der Meisterregisseur in das Los Angeles der 1960er-Jahre blendet und die Morde der Manson Family thematisiert. In den Hauptrollen spielen die beiden Hollywood-Größen Brad Pitt und Leonardo DiCaprio.


Quelle: teleschau – der Mediendienst