Kommissarin Lucas kehrt mit einem klassischen Whodunit-Krimi aus der Sommerpause zurück. Und das, was im ZDF zur besten Sendezeit zu sehen ist, ist ziemlich brutal: Eine Frau verbrennt in ihrem Auto. Und die Regensburger Ermittlerin weiß: Ein Unfall war es nicht.

Schon bei der Berlinale im vergangenen Jahr hatte er in dem deutschen Wettbewerbsbeitrag "24 Wochen" einen kurzen Auftritt. Doch dieser Krimi aus der ZDF-Reihe "Kommissarin Lucas" ist seine erste Hauptrolle. Dabei ist Jonas Sippel, geboren 1994 in München, ein Bühnenprofi. Seit 2012 steht er beim Theater Rambazamba in Berlin auf der Bühne. Er liebt Kino, griechische Mythologie und Judo. Ihm und Sonja Kirchberger gehört die erste, recht verstörende Szene in dem Film von Regisseur Ralf Huettner. Sie spielt mit ihren Reizen ... und mit ihm. Dann will er tanzen. Doch sie verweigert sich. Ein Gerangel und die Frau liegt am Boden. Was danach geschah, muss Kommissarin Lucas (Ulrike Kriener), die mit ihrem 26. Fall aus der Sommerpause zurückkehrt, fortan klären.

Carla Franz (Sonja Kirchberger) lebte noch, als ihr Wagen in Flammen stand. Doch sie konnte sich nicht befreien. Ein Unbekannter hat das Fahrzeug angezündet, das in der Nähe der Raststätte Regensburg gefunden wurde. Lucas und ihre Kollegen finden heraus, dass sich Carla Franz in der Pension der Familie Pröll eingemietet hat – unter falschem Namen.

Zweite Spur führt in eine Klinik

Marc Pröll (Shenja Lacher), das erfährt der Zuschauer schon bald, hat etwas zu verbergen. Er ist im Besitz von 20.000 Euro, die dem Opfer gehörten. Doch Marc und seine Frau Katrin (Karolina Horster) verraten davon zunächst nichts der Polizei. Hier in der Pension lernt Ellen Lucas auch Theo Kröll kennen, gespielt von Jonas Sippel. Auch der Junge, der mit Trisomie 21 auf die Welt kam, kannte Carla Franz. Und vor Jahren soll er einmal zudringlich bei einer Postbotin gewesen sein, was Marc Pröll veranlasste, zusammen mit seinem Bruder, um den er sich rührend kümmert, auf dem Land ein neues Leben zu beginnen.

Eine zweite Spur führt die Ermittlerin gemeinsam mit ihren Kollegen Tom Brauer (Lasse Myhr) und Judith Marlow (Jördis Richter) zu einer Regensburger Klinik, in der sich Carla Franz gleich mehrfach operieren ließ. Silikon in Brust und Hintern, dazu Wangenknochen und manches mehr. Förmlich süchtig danach sei sie gewesen, erklärt der renommierte Schönheitschirurg Dr. Alexander Krayenberg (Thomas Heinze). "Die Frauen betteln um ein paar Jahre, nur um wieder Teil des Spiels zu sein. Der Po wird wieder aufgebaut, nachdem er im Jahr zuvor abgesaugt wurde." Im Umfeld der Klinik trifft die Kommissarin auch Holger Franz (Thomas Limpinsel), den Ehemann der Toten. Wie stand er zu den Schönheitsoperationen seiner Frau? Und wollte sie womöglich nicht ihn, sondern andere Männer damit beeindrucken?

Starke, unverbrauchte Schauspieler

Es ist ein klassischer Whodunit-Krimi, den die beiden Autoren Stefan Dähnert und Markus Ziegler hier verfasst haben. Sonderlich spannend ist das alles nicht, aber durchgängig mit starken, unverbrauchten Schauspielern besetzt. Zwei Welten treffen aufeinander: die der reichen, bessergestellten Elite einerseits und die derer, die ums Überleben kämpfen. Verführungen erliegen sie in diesem Fall beide – immer wieder.


Quelle: teleschau – der Mediendienst