Wie bewältigt man Lebenskrisen in New York? Zum Beispiel mit Fahrstunden: In der behaglichen Plattitüde "Learning to Drive – Fahrstunden fürs Leben" versuchen sich daran eine geschiedene Literaturkritikerin und ihr indischer Fahrlehrer.

"Fahren", so weiß Darwan (Ben Kingsley), "ist Freiheit". Der aus Indien geflüchtete Sikh arbeitet tagsüber als Fahrlehrer in New York, nachts steuert er ein Taxi durch die Häuserschluchten. Er ist ein ruhiger Zeitgenosse, freundlich, hilfsbereit und aufgeschlossen. Anders als die im Job erfolgreiche, aber in der Liebe gescheiterte Wendy (Patricia Clarkson), der er das Autofahren beibringen soll. "Learning to Drive – Fahrstunden fürs Leben" (2014) – bei dem Titel weiß man von vornherein, was man bekommt. Das ZDF zeigt das optimistische, allerdings auch etwas oberflächliche Drama nun als Free-TV-Premiere am Sonntagnachmittag.

Die Fahrschule war im Film schon immer eine gern genommene Metapher, um das Leben zu spiegeln. So auch hier: Darwan, der für jede Situation einen passenden Aphorismus parat hat, bringt Wendy neben dem Gasgeben, Bremsen und Blinken vor allem Umsicht und Rücksichtnahme bei. Sie, die selbst gerade noch eine frische Trennung zu verarbeiten hat, erklärt ihm wiederum, was Frauen wirklich wollen. Vom anderen Geschlecht hat Darwan nämlich überhaupt keine Ahnung.

Worauf das alles hinauslaufen soll, ist früh klar: Die katalanische Regisseurin Isabel Coixet will, dass sich ihre Protagonisten trotz kultureller Unterschiede gegenseitig unterstützen und neuen Lebensmut tanken. Ein löbliches Unterfangen mit vielen charmanten Momenten, die aber nicht kaschieren können, dass "Learning To Drive" etwas eindimensional geraten ist.


Quelle: teleschau – der Mediendienst