Eine junge deutsche Frau wurde in Prag brutal misshandelt. Botschafterin Karla Lorenz wird mit dem Fall betraut, in den auch der französische Botschafter-Sohn verstrickt zu sein scheint. Im vierten Fall der ARD-Reihe spielt Natalia Wörner einmal mehr die Diplomatin mit der besonderen Aura.

Es ist ein schockierend banales Bild. Und deswegen umso brutaler. Eine schwere Limousine hält nachts auf einem leeren Parkplatz. Eine Tür geht auf – und herausplumpst ein junges Mädchen. Wie ein Stück Müll, abgeladen im Nirgendwo. Dabei war Vanessa Kampmann eine echte Schönheit, die stets alle Blicke auf sich zog. Nun ist ihr Gesicht blutüberströmt. Die Prag-Touristin, die nur ein paar unbeschwerte Tage an der Moldau verbringen wollte, wurde schwer misshandelt. Es dauert nicht lange, bis die mit dem Fall als Botschafterin betraute Karla Lorenz (Natalia Wörner) im ARD-Samstagabendfilm "Die Diplomatin – Böses Spiel" weit tiefer in den Fall hineingezogen wird, als es der Diplomatin lieb sein kann.

Im mittlerweile vierten Aufguss der "Diplomatin"-Reihe muss die offizielle Repräsentantin des deutschen Staats in der tschechischen Hauptstadt nicht nur die Interessen ihrer Landsleute vertreten. Karla Lorenz gerät auch mitten in einen Loyalitätskonflikt: Immerhin ist es der 18-jährige Schönling Philippe (Johannes Meister), Sohn ihrer engen Freundin Margo Beaumont (Jeanne Tremsal), der mit der Gewalt, die Vanessa angetan wurde, in Verbindung gebracht wird.

Noch bevor Karla mehr über das Schicksal des jungen Mädchens erfährt, die im Krankenhaus liegt und dort in ein künstliches Koma versetzt wurde, mischt sich die Botschafterin in die Ermittlungsarbeit der Prager Kripo ein. Sie verhindert, dass Philippe, immerhin Sohn des französischen Botschafters Claude Beaumont (Jean-Yves Berteloot), verhört wird. Dessen Familie pocht auf diplomatische Immunität und verschanzt sich mit Philippe in der Residenz, wo Vanessa am Abend zuvor zuletzt auf einer Party gesehen wurde.

Kein Wunder, dass Karla Lorenz vom ermittelnden tschechischen Kommissar Jan Horava (Alexander Beyer) bestürmt wird, darauf zu drängen, dass der junge Diplomaten-Sprössling eine Aussage macht. Doch Karla kann und will nicht glauben, dass Philippe zu einer so brutalen Tat fähig gewesen sein soll. Doch warum schweigt er über seine Freunde, die ebenfalls auf der Feier aufgetaucht waren und die mehr über Vanessas Martyrium wissen müssten?

Der viel gebuchte TV-Regisseur Roland Suso Richter hat erneut einen spannenden Fall aus der teilweise arg aufpolierten wirkenden Hochglanz-Welt der diplomatischen Kreise verfilmt. Durchaus brisant, wie hier vor einem düsteren Hintergrund die guten nachbarschaftlichen Beziehungen der Deutschen und Franzosen auf eine harte Probe gestellt werden. Dabei wird aus der Nähe der Nachbarnationen Deutschland und Frankreich ein brisantes Familiendrama und Psychoduell mit einem sehr düsteren Hintergrund.


Quelle: teleschau – der Mediendienst