Der Wallgauer Postwirt Bernhard Neuner hatte es schon immer faustdick hinter den Ohren. In einem "Lebenslininen"-Poträt erzählt er im BR spannende Anekdoten.

Mit dem "ewigen Lausbub" aus dem aktuellen "Lebenslinien"-Titel ist der Wallgauer Metzgermeister, Hotelier und Weltenbummler Bernhard Neuner gemeint, der einst einen stinkenden Ziegenbock ins Schulzimmer mitgeschleppt hat. "Ich war eigentlich irgendwo Nebensache", sagt der 1946 geborene zweite Neuner – und meint damit, dass er immer im Schatten des älteren Bruders Hans gestanden ist. Der durfte denn auch den seit Maria Theresias Zeiten bestehenden Postgasthof in Wallgau nahe Garmisch übernehmen – bis sich dann doch noch irgendwann die Wirtsstelle für Bernhard fand.

Bis dahin trieb es den Bernhard in die Welt hinaus – fast wäre er für immer bei den Indios am Amazonas gelandet. Das Unstete ist ihm bis heute geblieben, zwei Ehen scheiterten. "Ich war untreu", sagt der emeritierte Postwirt heute ungeniert in die Kamera. Schon immer sei er "a bissl a Weiberer" gewesen. Dass die Autorin Elisabeth Mayer gleich ein ganzes "Lebenslinien"-Porträt über den Filou gemacht hat, liegt sicher an seinem Riesen Erzähltalent.

Wenn der Bernhard vom Postgasthof schwärmt, wo nicht nur bereits Goethe und Heine abgestiegen sind, sondern auch Liz Taylor und Richard Burton, findet man sich urplötzlich in einer anderen Zeit. 1964 durfte er tatsächlich die Hunde der Schauspielerin Liz Taylor ausführen, als sie zusammen mit Richard Burton im Hotel wohnte. Burton drehte "Der Spion, der aus der Kälte kam". Neuner strahlt angesichts solcher Anekdoten. Wobei er seinen Söhnen, die heute Hotel und Gasthof führen, das Lebensmotto mit auf den Weg gibt: "Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden." – Soll heißen: Selber machen!


Quelle: teleschau – der Mediendienst