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"Mamma Mia! Here We Go Again!": Melancholie mit ABBA

von Jasmin Herzog

Der erste Teil "Mamma Mia" war ein großer Spaß. Die Fortsetzung kommt mit weniger bekannten ABBA-Titeln und einer melancholischeren Grundstimmung daher. RTL zeigt den Film als Free-TV-Premiere.

RTL
Mamma Mia! Here We Go Again!
Musical • 20.12.2020 • 20:15 Uhr

Die Geduld von ABBA-Fans wird seit einigen Jahren auf eine harte Probe gestellt. Schon 2018 kündigte Björn Ulvaeus eine Wiedervereinigung des legendären Quartetts für zwei neue Songs an. Zunächst wurden die neuen Lieder wegen technischer Probleme verschoben, nun hat die Coronakrise den großen Plänen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Im Juli gaben ABBA bekannt, dass das neue Songmaterial erst 2021 und somit exakt 40 Jahre nach der Veröffentlichung des letzten ABBA-Albums "The Visitors" veröffentlicht werden soll. Kleiner Trost kurz vor Weihnachten: RTL zeigt das Filmmusical "Mamma Mia! Here We Go Again" (2018) kurz vor Weihnachten als Free-TV-Premiere.

Was war "Mamma Mia" doch für ein Kinospaß! Als die Verfilmung des gleichnamigen, auf der Musik von ABBA basierenden Musicals 2008 auf die Leinwand kam, stand die Kinowelt kopf. Meryl Streep als Donna Sheridan dabei zuzusehen, wie sie "Super Trooper" schmetterte, ließ den Alltag kurz in Vergessenheit geraten. Zuschauer auf der ganzen Welt waren begeistert, und der Film spielte 600 Millionen Dollar ein. Zehn Jahre danach folgte die Fortsetzung. Doch schon als die ersten Trailer erschienen, gab es im Netz zahlreiche Theorien, warum Meryl Streep darin so wenig zu sehen ist.

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Sollte die Lieblingsfigur vieler etwa das Zeitliche gesegnet haben? Warum lange drum herumreden? Donna ist tot. Das ist kein Spoiler, denn es wird gleich zu Beginn des Films klar. Was genau passiert ist, erfährt der Zuschauer nicht. Jedenfalls hat Donnas Tochter Sophie (Amanda Seyfried) das Hotel ihrer Mutter auf der (fiktiven) griechischen Trauminsel Kalokairi renoviert. Während sie der großen Neueröffnung entgegenfiebert, stehen ihr Donnas Jugendfreundinnen Tanya (Christine Baranski) und Rosie (Julie Walters) zur Seite. Durch sie erfährt Sophie eine Menge über die Vergangenheit ihrer Mutter – zum Beispiel, wie sie ihre drei potenziellen Väter Sam, Bill und Harry kennengelernt hat.

Die britische Schauspielerin Lily James, die zuvor als Aschenputtel in Disneys "Cinderella" und in der britischen Serie "Downton Abbey" vor der Kamera stand, übernimmt in "Mamma Mia! Here We Go Again" die Rolle der jungen Donna. Damit tritt sie in die Fußstapfen der großen Meryl Streep – und macht ihre Sache wirklich gut. James singt nicht nur toll, sie transportiert den gleichen Freigeist, der Donna im ersten Teil ausmachte.

Rückschau auf Donnas wilde Jugend

In Rückblenden erinnert der Film an ihren Highschool-Abschluss. Er folgt ihr nach Paris, wo sie eine leidenschaftliche Nacht mit Harry verbringt, und schließlich nach Kalokairi, wo sie den Skandinavier Bill und den hübschen Architekten Sam kennen und lieben lernt. Es knistert die ganze Zeit, und der Charme der wilden Siebziger, jener Zeit freier Liebe, wird lebendig. Doch immer dann, wenn der Film zurück in die Gegenwart springt, wird er melancholisch. Zwischen Sophie und ihrem Mann Sky kriselt es, kurz vor der Hoteleröffnung zieht zudem ein großer Sturm auf – und es bleibt eben klar: Donna ist tot! Diese Tatsache hängt wie ein großer Schatten über dem Film.

"Mamma Mia! Here We Go Again" ist sicher kein schlechter Film. Er hat wunderbare Momente – vor allem, wenn es kunterbunt wird und alle zusammen tanzen und singen. Aber ihm fehlt die Unbeschwertheit, die den ersten Teil so besonders machte. Was nicht zuletzt auch daran liegt, dass die größten ABBA-Hits schon damals verbraten wurden.

Einige Stücke werden im Sequel zwar erneut kurz aufgegriffen, doch hinzukommen viele unbekanntere Titel. Dabei wird deutlich, dass viele Songs der schwedischen Gruppe tief drin recht traurig sind – allen voran die herzzerreißende Ballade "My Love, My Life". Über diese melancholischere Grundstimmung hilft auch der Gastauftritt von Cher nicht hinweg.

Im Anschluss an die Free-TV-Premiere bleibt RTL im Thema und widmet sich in der Dokumentation "Mamma Mia! Darum lieben alle ABBA" ab 22.30 Uhr dem Mythos ABBA. Zu den Kultsongs der Bands äußern sich neben einigen Prominenten wie Thomas Hermanns und Patricia Kelly auch die einstigen ABBA-Mitglieder.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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