Das gab es noch nie in der mehr als 25-jährigen Geschichte des Echo: Nachdem in der vergangenen Woche die umstrittenen Rapper Farid Bang und Kollegah mit dem wichtigsten deutschen Musikpreis ausgezeichnet worden waren, gaben mehrere andere Preisträger ihre Echos zurück. Ihre Kritik: Auf der ausgezeichneten Platte befänden sich antisemitisch anmutenden Textzeilen. Ein Einzelfall? Das Erste ändert aus aktuellem Anlass sein Programm und wiederholt am Donnerstag, 19. April, 23.30 Uhr, die Dokumentation "Die dunkle Seite des deutschen Rap".

Der Film von Viola Funk, der vor wenigen Wochen erst im WDR zu sehen war, fragt, wieviel Judenhass sich in der Musik deutscher Rapper findet. "Es ist ein einfaches Spiel, die härtesten Textzeilen zu rappen, Antisemitisches zu rappen und sich nachher immer darauf zu berufen, dass das nur eine Kunstform sei", so Daniel Neumann, Direktor des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinde in Hessen, in der Dokumentation.

Die Nominierung von Farid Bang und Kollegah hatte bereits im Vorfeld für Empörung gesorgt. Zuletzt kündigte Marius Müller-Westernhagen an, seine insgesamt sieben Echo-Auszeichnungen zurückgeben zu wollen. Er folgt damit dem Beispiel des diesjährigen Ehrenpreisträgers Klaus Voormann und anderen Künstlern.


Quelle: teleschau – der Mediendienst